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Türkische Presse Europa

20. und 21.12.2009 – Visa, Minarettverbot, UETD

In den Europaausgaben türkischer Tageszeitungen ist die türkische Forderung nach Visumsfreiheit eines der Hauptthemen. Außerdem wird das Schweizer Minarettverbot thematisiert und eine Nachahmung der Pro-Köln.

Dienstag, 22.12.2009, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:40 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

20.12.2009

Kein Minarettverbot in Köln
Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen räumen einer Initiative der rechtsextremen Pro Köln-Bewegung breiten Raum ein. Pro Köln hat den Berichten zufolge ein Minarettverbot in Köln gefordert und im Stadtrat gescheitert. „Schallende Ohrfeige für Pro Köln vom Stadtrat“ titelt beispielsweise die HÜRRIYET. Die TÜRKIYE macht darauf aufmerksam, dass Pro Köln sich die Schweiz als Vorbild genommen habe. Die SABAH hebt hervor, dass in Deutschland vier Millionen Muslime leben und beruft sich dabei auf die türkischstämmige Politikerin im Kölner Stadtrat Gonca Mucuk Edis. Sie habe gesagt, dass jeder Dritte in Nordrhein-Westfalen Muslim sei und 45 aller Muslime in Deutschland deutsche Staatsbürger seien.

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Derweil, so in der HÜRRIYET, werde der Schweizer Volksentscheid zum Minarettverbot mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Gerichtshof für Menschenrechte landen mit dem Ziel, das Bauverbot aufzuheben.

Visum
Auch Visaangelegenheiten sind eines der Hauptthemen in den türkischen Tageszeitungen. So ist in der MILLIYET zu lesen, dass türkische Staatsbürger aufgrund eines „Ankara-Protokolls“ nach England einreisen können, um dort eine Schule zu besuchen oder als Selbstständiger zu arbeiten.

Auf der anderen Seite habe der türkische Außenminister die Europäische Union aufgefordert, die Visapflicht für Türken abzuschaffen. Begründung: Die Türkei sei in EU-Fragen schon viel weiter als die Balkan-Länder Serben, Mazedonien und Montenegro. Dennoch können Staatsbürger dieser Länder seit Kurzem ohne Visum in die Europäische Union einreisen. Während die Türkei sich mitten in den Verhandlungen befinde, hätten diese drei Balkanländer nicht einmal mit den Verhandlungen begonnen, ist in der TÜRKIYE zu lesen.

Die HÜRRIYET legt den Fokus in dieser Angelegenheit auf einen anderen Punkt und titelt: „Visa Weihnachtsgeschenk von der EU“. Während christliche Balkanländer nun Visafrei in die EU einreisen dürften, müssten muslimische Balkanländer weiter warten. Die Völkermörder würden belohnt, heißt es in der Zeitung.

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