Türkische Presse Europa

31.10.2009 – Botschafter, Türkisch-Verbot, Integrationsrat

In der türkischsprachigen Presse in Europa vom Samstag kritisiert der türkische Botschafter Ahmet Acet die falsche Wiedergabe seiner Aussagen aus einem Interview in der deutschen Presse. Außerdem wird über ein Türkisch-Verbot an einer Grundschule und über die integrationspolitischen Ziele der neuen Regierung berichtet.

Montag, 02.11.2009, 8:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:17 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Türkischer Botschafter wirft Berliner Kurier Falschdarstellung vor
In der SABAH wirft der türkische Botschafter in Berlin, Ahmet Acet, dem Berliner Kurier Falschdarstellung vor. Der Kurier hatte unter dem Titel „Wehrt euch gegen die Deutschen“ von einem Interview des Botschafters in der türkischen Tageszeitung SABAH berichtet. Danach hätte der Botschafter die Türken dazu aufgerufen, sich gegen die Deutschen zu wehren.

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Dieser Darstellung widersprach nun Acet. Diese Aussage wäre an keiner Stelle des Interviews gefallen und sei schlicht falsch. In der Zeitung werden Acets Aussagen in dem Interview und die Wiedergabe des Interview-Inhalts im Kurier gegenübergestellt. In sechs Punkten soll dabei der Kurier die Aussagen Acets entweder verfälscht oder im Original-Interview nicht vorhandene Aussagen aufgenommen haben, bewertet die SABAH.

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Türkisch-Verbot in der Grundschule
Die HÜRRIYET berichtet von der Einführung eines Türkisch-Verbots in einer Bochumer Grundschule. Danach hätte die Schulleiterin der Grundschule Druck auf die türkischen Eltern ausgeübt, ihre Kinder nicht in den muttersprachlichen Unterricht zu schicken. Daraufhin wären 70 der vormals 80 an diesem Unterricht angemeldeten Kinder von ihren Kindern abgemeldet worden. Außerdem wäre es an der Grundschule verboten, in der eigenen Muttersprache zu sprechen. Kinder, die es doch tun, würden mit Strafarbeiten belegt werden, so die Zeitung. Die Schulleitung hätte aber in einer eigenen Erklärung die Vorwürfe zurückgewiesen.

Integrationsvorwürfe in Alanya
Nach einem Beitrag der MILLIYET hat der frühere bayerische Innen- und Ministerpräsident Günther Beckstein während einer Podiumsdiskussion im türkischen Alanya türkischstämmigen Migranten in Deutschland Vorwürfe hinsichtlich ihrer Integrationsleistung gemacht. Beckstein warnte in seiner Rede vor der Entstehung von ethnisch homogenen Wohngegenden, vergleichbar mit denen in den USA.  Mit eines der Gründe für fehlende Integration wäre die fehlende Sprache.

Böhmer: Migranten bestimmen die Zusammensetzung des Integrationsrates
In der ZAMAN äußert sich die alte und neue Integrationsbeauftragte Maria Böhmer zu dem schwarz-gelben Regierungsprogramm hinsichtlich der Integrationsthematik. So werde in dieser Legislaturperiode der Integrationsrat nach Beratung mit den Migrantenorganisationen besetzt werden. Über die Zusammensetzung werde man gemeinsam entscheiden. Darüberhinaus will sich Frau Böhmer dem Thema „Anerkennung ausländischer Abschlüsse“ annehmen. Auch plane man die Einführung einer Integrationsvereinbarung. Weiterhin rief Böhmer zwar zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft auf, machte jedoch deutlich, dass es auch zukünftig keine doppelte Staatsbürgerschaft oder ein Kommunalwahlrecht für Drittstaatler geben wird.

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