Ludwigshafen

Gedenkfeier für die Opfer der Brandkatastrophe

Ein Jahr nach dem Brand in Ludwigshafen, bei der neun türkischstämmige Menschen starben, wurde an die Opfer gedacht. Neben zahlreichen deutschen Politikern waren auch der türkische Botschafter, Ali Ahmet Acet, und Vertreter türkischer Verbände anwesend.

Mittwoch, 04.02.2009, 8:42 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 28.08.2010, 18:05 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Auf der Gedenkfeier, an der 300 Menschen teilnahmen, sprach die Integrationsbeauftragte, Maria Böhmer, den Hinterbliebenen ihr Beileid aus und erinnerte an die starke Solidarität zwischen Türken und Deutschen nach der Katastrophe. Der Hinterbliebene, Kamil Kaplan, der bei dem Brand seine Frau, seine zwei Kinder und seine Mutter verlor, rief zum „brüderlichen Zusammenleben“ auf und bedankte sich für die Anteilnahme und Unterstützung.

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Der türkische Botschafter, Ali Ahmet Acet, wünschte den Angehörigen viel Kraft und sagte: „Die türkischen Migranten betrachten Deutschland als ihre Heimat. Für eine gelungene Integration der türkischen Bevölkerung ist es unabdingbar, dass sie sich hier sicher und wohl fühlt. Wir hegen keinen Zweifel daran, dass die deutschen Behörden die notwendigen Schritte eingeleitet haben, um diese Bedingungen zu gewährleisten.“

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Im Laufe der Gedenkfeier wurde eine Nachricht des türkischen Ministers, Said Yazicioglu, vorgetragen. Darin bekundete Yazicioglu seine Anteilnahme und teilte mit, dass die türkische Regierung die Bemühungen zu Aufklärung der Brandursache mitverfolge.

Indessen teilte die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Eva Lohse, mit, dass die 270.000 Euro, die den Hinterbliebenen gespendet wurden, vor allem für die Ausbildung der Kinder verwendet werden soll.

Auch in der türkischen Stadt Gaziantep wurde an die Opfer der Brandkatastrophe gedacht. Auf dem Friedhof, wo die neun Opfer vor einem Jahr beigesetzt wurden, hinterlegten die Familienangehörigen Blumen und sprachen Bittgebete aus.

Bei dem Brand in einem von türkischen Familien bewohnten Mehrfamilienhaus waren vier Frauen und fünf Kinder ums Leben gekommen. Nachdem es zunächst Spekulationen um einen ausländerfeindlichen Anschlag gegeben hatte, wurde dies im Nachhinein von der Staatsanwaltschaft ausgeschlossen. Die Ursache für den Brand konnte bisher nicht geklärt werden, es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Brand durch „fahrlässiges Verhalten“ ausgelöst wurde. Das Verfahren wurde im Sommer eingestellt.

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