Türkische Presse Europa

25.07.2009 – Türkisch, Özdemir, DITIB, Lehrer

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten heute vornehmlich über die Stellungnahme des türkischen Botschafters Ali Ahmet Acet zum muttersprachlichen Unterricht. „Der Türkischunterricht ist unverzichtbar“, habe Acet betont. Weitere Themen sind die Hetzkampagne der NPD gegen Grünen-Chef Özdemir, eine vermeintliche Vorstandskrise bei der DITIB und der Lehrermangel an deutschen Schulen.

Sonntag, 26.07.2009, 18:42 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 19:55 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Acet:„Der Türkischunterricht ist unverzichtbar“
Der türkische Botschafter Ali Ahmet Acet hat die Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts in den Schulen bekräftigt. „Der Türkischunterricht ist unverzichtbar“, zitiert ihn die SABAH, HÜRRIYET und MILLIYET. „In einem Land mit drei Millionen Bürgern türkischer Herkunft gibt es eine Nachfrage für den Türkischunterricht. Dieser Nachfrage muss entsprochen werden“, habe Acet erklärt. Er sei zuversichtlich, dass die bestehenden Probleme bald gelöst werden.

Der Botschafter sprach sich ferner für die Anwerbung von Türkischlehrern aus der Türkei aus. Sowohl der Sprachunterricht an sich, als auch die Vermittlung der türkischen Kultur müsse durch kompetente Lehrpersonen erfolgen. Deutschland könne dies alleine nicht bewältigen, glaubt Acet. Aus diesem Grund frage Deutschland seit Jahren nach Lehrern aus der Türkei.

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Der Bund der Immigrantenvereine türkischer Herkunft für Bildung, Integration und Kultur in Baden-Württemberg e.V. fordert überdies die Aufnahme des Türkischunterrichts in den öffentlichen Lehrplänen, berichtet die HÜRRIYET. Der islamische Religionsunterricht könne den Türkischunterricht nicht ersetzten.

NPD hetzt gegen Grünen-Chef Özdemir
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) betreibt einmal mehr einen diskriminierenden Wahlkampf, berichten SABAH, TÜRKIYE und MILLIYET. Auf der Homepage der Partei sei ab Freitag ein „Wahlkämpferlied“ abrufbar, in welchem gegen den Grünen-Chef Cem Özdemir und den früheren Vize-Präsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, gehetzt wird. Im Lied heißt es unter anderem: „Bei Himmler, Voigt und Rommel, da wirft man gerne ein, Briefkastendeckel trommelnd, hau ich Friedman eine rein.“ Weiter singt die Interpretin über „Lesestoff für Heimreise für Özdemir.“

Erst vor wenigen Monaten wurden der NPD-Chef Voigt sowie die Parteifunktionäre Frank Schwerdt und Klaus Beier wegen eines rassistischen Flugblatts zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt, ist in der TÜRKIYE zu lesen.

Vorstandskrise bei DITIB
Die HÜRRIYET berichtete am Freitag, dass die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) einen neuen Vorsitzenden hat. Dr. Ali Dere, bisher Leiter der Abteilung für Auslandsbeziehungen im Amt für Religiöse Angelegenheiten in Ankara, sei zum neuen Vorsitzenden ernannt worden.

Der derzeitige Vorsitzender, Sadi Arslan, hat auf die Meldungen über seine Abberufung nun reagiert. In einer Erklärung gegenüber der SABAH sagte Arslan, dass er weiterhin im Amt sei. Der Vorsitzende der DITIB werde durch die Mitgliederversammlung gewählt oder abgewählt. Arslan betonte, dass er bis zur Neuwahl im Amt bleiben werde. Auch sei er weiterhin Botschaftsrat für religiöse Angelegenheiten der türkischen Botschaft in Berlin. Prof. Ali Dere, der als Nachfolger von Arslan vorgestellt wurde, habe keine Berechtigung für einen längeren Aufenthalt in Deutschland, meinte Arslan.

Prof. Ali Dere sagte demgegenüber der HÜRRIYET, dass er die Voraussetzungen für das Amt des Botschaftsrats für religiöse Angelegenheiten der türkischen Botschaft in Berlin erfülle. In einer schriftlichen Erklärung sagte Dere, dass er seit Jahren für das Amt gehandelt werde. Die Ernennung werde durch das entsprechende Ministerium in Ankara vorgenommen.

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