Bayern

Grüne sehen Handlungsbedarf beim Thema Integration

Die Grünen begrüßen, dass Kultusminister Spaenle das Thema Integration endlich aufgegriffen hat, haben seine Pläne aber auch mit Skepsis aufgenommen. "Eine Auflistung von bereits vorhandenen Einzelmaßnahmen ergibt noch lange kein Konzept", so Thomas Gehring, schulpolitischer Sprecher der Grünen: "Wir vermissen konkrete Schritte".

Mittwoch, 18.03.2009, 7:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12.08.2010, 7:22 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Auf eine aktuelle schriftliche Anfrage von Thomas Gehring an die Staatsregierung zum Abbau großer Klassen von SchülerInnen mit Migrationshintergrund wurde zwar die Dimension klar, wirklich Konkretes konnte aber nicht geklärt werden. Danach haben 2350 Klassen einen Migrationsanteil von über 50 Prozent. Diese Klassen sollen laut Spaenle künftig nicht mehr als 25 Schüler haben.

„Aber woher kommen die Räume für die zusätzlichen Klassen? Woher kommen die Lehrer und Lehrerinnen? Wie sieht das pädagogische Konzept aus?“ Diese Fragen bleiben laut Gehring unbeantwortet.

Die Antwort auf die Anfrage ergab zudem, dass sich fast alle Klassen, die Kinder und Jugendliche mit einem Migrationshintergrund von über 50 Prozent haben, an Grund- und Hauptschulen befinden – lediglich zwölf davon sind am Gymnasium.

„Dies zeigt die soziale Ungerechtigkeit eines Schulsystems, das die SchülerInnen aussortiert. Von einem längeren gemeinsamen Lernen würden sowohl Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch alle Anderen profitieren“, so Thomas Gehring: „Integration ist eine Grundaufgabe des Bildungswesens in Bayern und erschöpft sich nicht nur in Einzelmaßnahmen“.

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