Vielfalt

Internationaler Tag der Muttersprache

In einer Erklärung zum Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar 2009 betonte die Kinderkommission des Deutschen Bundestages, dass der Erwerb der deutschen Sprache bei Kindern mit Migrationshintergrund am besten gelingt, wenn auch die Muttersprache gefördert wird.

Samstag, 21.02.2009, 9:08 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 28.08.2010, 18:27 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Auch erhöhe eine wertschätzende Haltung gegenüber sprachlicher und kultureller Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft, die Motivation die Landessprache zu erlernen. Die Vorsitzende der Kinderkommission, Ekin Deligöz, stellte dazu fest, dass die sprachliche Vielfalt Reichtum für eine Gesellschaft bedeute. „Wir müssen die Kommunikationsfähigkeit aller Kinder daher systematisch fördern“, so Deligöz. Defizite in der sprachlichen Entwicklung gebe es auch nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund, sondern auch bei Kindern aus bildungsfernen Familien. Daher müsse von frühester Kindheit an die Sprachkompetenz benachteiligter Kinder gefördert werden.

Förderung der Muttersprache ist ein Menschenrecht
Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Die Generalversammlung der UNESCO beschloss die Durchführung dieses Tages im November 1999. Die Muttersprache spiele eine wichtige Rolle für den Integrationsprozess in allen Aspekten des öffentlichen Lebens, besonders aber in der Bildung, heißt es in dem Beschluss. Die Förderung der sprachlichen Vielfalt und kulturellen Identität bedeute den bewussten Umgang mit der Muttersprache sowie das Erlernen und die Förderung der Mehrsprachigkeit. Das Erlernen und die Ausübung der Muttersprache gehören zu den kulturellen Menschenrechten, wie im Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt.

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Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura sagte anlässlich des Tages der Muttersprache in Paris, die Sprache mache die Identität einer Person aus. Wenn sie sterbe, „verschwindet eine Sichtweise, die Welt zu betrachten.“ Die Verbindung zwischen mehrsprachiger Erziehung und Bildung für alle bilde ferner die tragende Säule jeder nachhaltigen Entwicklungsstrategie, so Matsuura.

Muttersprachlicher Unterricht für Migrantenkinder in Deutschland bleibt eine Ausnahme
Die Heinrich Böll Stiftung stellt hierzu jedoch fest, dass muttersprachlicher Unterricht in Deutschland eher die Ausnahme sei. Die auch wissenschaftlich mehrfach begründete Einsicht, dass das Erlernen der deutsche Sprache für die Kinder mit Migrationshintergrund einfacher fällt, wenn sie auch in der Muttersprache gefördert werden, werde von der Bildungspolitik nicht berücksichtigt. „Und obwohl es vielfach belegt ist, dass die lebensweltliche Zweisprachigkeit eine besondere Kompetenz von und Chance für Migrantenkinder ist, die gefördert werden müsste, wird immer noch allein die Förderung der deutschen (Zweit-)Sprache (und anderer als „wertvoll“ anerkannter Fremdsprachen) als vorrangig erachtet. Doch gute deutsche Sprachkenntnise sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichenende Bedingung für die Eröffnung gleicher Bildungschancen für die Migrantenkinder, wie die Migrations- und Bildungsforschung seit vielen Jahren nachgewiesen hat.“

Interkulturelle Erziehungs- und Bildungskonzepte, die die Kompetenz der Mehrsprachigkeit und den Wert sprachlicher und kultureller Vielfalt anerkennen und fördern, warteten im Einwanderungsland Deutschland weiter auf ihre Umsetzung.

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