Der digitale Informationsstrom belohnt Zuspitzung und Empörung. Der Berliner CSD-Anschlag zeigt, wie schnell aus einem Täter ganze Gruppen werden und aus Trauer politische Munition. Von Joachim Glaubitz
Die WM in den USA zeigt uns nicht nur unsere sportliche Mittelklasse, sondern auch unsere drittklassige Debattenmoral – und den deutschen Freundschaftsrabatt für westliche Werte, denen wir gerne universelle Geltung zuschreiben. Von Birol Kocaman
Staatliche Pressearbeit hat Macht, weil Behörden mit amtlicher Autorität sprechen. Wenn Medien diese Perspektive ungeprüft weitertragen, können sich falsche Vorwürfe verfestigen. Ein Erfahrungsbericht Von Marvin Oppong
Bunte Werbung kann Rassismus nicht überdecken, wenn Ausschluss im Alltag weiter wirkt. Die Frage ist nicht, wer im Spot vorkommt, sondern wer Wohnungen bekommt, befördert wird und Entscheidungen trifft. Von Kiflemariam Gebre Wold
Mathias Döpfner habe Kanzler Friedrich Merz zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt. Das wird in einem RND-Podcast behauptet. Springer nennt die Darstellung eine „glatte Lüge“ – doch frühere Äußerungen von Merz erscheinen nun in anderem Licht.
Ein Gutachten hält den geplanten Umbau von Cosmo zur Hip-Hop-Welle „1Live Street“ für rechtswidrig. Medienrechtler Hubertus Gersdorf sieht den interkulturellen Auftrag im WDR-Gesetz verletzt und hält Klagen für möglich. Von Diemut Roether
Im deutschen Fluchtdiskurs steht Deutschland oft als Retter da: mal rettet es Geflüchtete, mal sich selbst vor ihnen. Diese Rollenverteilung stabilisiert Bilder, die Menschen auf Not oder Gefahr reduzieren. Geht das auch anders? Von Tobias Gehring
Der WDR benennt Cosmo in 1Live Street um und bündelt viele mehrsprachige Angebote neu. Kritiker sehen darin den Rückbau eines Radioprogramms, das kulturelle Vielfalt und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft abbilden sollte.
Viele Berliner mit Migrationsgeschichte fahren täglich mit Bus und Bahn – und sahen dort zuletzt Werbung für das rechtspopulistische Portal „Nius“. Nach Protesten zieht die BVG nun die Reißleine.
Der Dialog sollte Brücken bauen. Für viele Muslime fühlt er sich inzwischen wie eine endlose Prüfung an: Wer dazugehört, muss sich trotzdem erklären – bei jeder neuen Islamdebatte von vorn. Von Erdin Kadunic