Zwanzig Jahre lang standen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte im Zentrum der westlichen Afghanistan-Politik. Heute erleben Geflüchtete das Ende dieses Versprechens nun aus der Ferne – verbunden mit Flucht, Verlust und Ernüchterung. Von Dawood Erfan
Frontex verzeichnet bei Grenzübertritten ohne gültige Einreisedokumente in den ersten acht Monaten einen Rückgang um 35 Prozent. Besonders über das Mittelmeer kamen weniger Menschen. Die Route nach Spanien legte indes zu - und die Ereignisse in Ceuta fehlen in der Statistik.
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt befeuert Ängste in der Zivilgesellschaft. Organisationen fordern einen Schutzschirm und Streichung der Residenzpflicht. Vize-Kanzler Klingbeil warnt vor einer „Politik der Ausgrenzung“ – und berät über Kürzungen im Bereich Integration und Demokratieförderung.
In Deutschland lebten zur Jahresmitte rund 3,5 Millionen Geflüchtete - etwa 20.000 weniger als zu Jahresbeginn. Als Gründe nennt die Bundesregierung Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen. Die Bundesregierung hält weiter an Verschärfungen fest. Die Linke fordert schnellere Integration. Von Karsten Frerichs und Jürgen Prause
Rund einen Monat nach der Ankunft Zehntausender Menschen bleibt die Situation in der spanischen Exklave angespannt. Während landesweit gegen den Kurs der Regierung demonstriert wird, geraten Geflüchtete und ihre Helfer zunehmend unter Druck.
Nach der Ankunft Zehntausender Menschen aus Marokko ist Ceuta überfordert. Innerhalb weniger Wochen nutzen Rechtsextreme die Situation für sich: Gerüchte, rassistische Hetze und antimuslimische Ressentiments breiten sich aus. Die angespannte Stimmung schlägt in offene Gewalt um.
Brandenburg verzeichnet im zweiten Quartal 727 rechtsmotivierte Straftaten. Hinter der Statistik stehen konkrete Angriffe: ein Hakenkreuz an der Cottbuser Synagoge, eine brennende Fackel auf ein alternatives Wohnprojekt und Dutzende Taten gegen Geflüchtete.
Menschen treiben tot im Wasser, andere werden nach Tagen auf überfüllten Booten gerettet. Innerhalb weniger Tage melden Hilfsorganisationen erneut zahlreiche Opfer. Seit Jahresbeginn wurden rund 1.650 Tote oder Vermisste registriert.
Ceuta ist kein spanischer Betriebsunfall, sondern Folge europäischer Arbeitsteilung. Marokko produziert für Europa, doch selbst Beschäftigte dieser Vorzeigeökonomie wollen fort. Ihre Flucht verweist auf eine asymmetrische Ordnung, die Europa mitgeschaffen hat. Von Kiflemariam Gebre Wold
Nach langer Suche arbeitet die Afghanin Zahra Sarwari in der Mensa der TU Dresden. Ein gefördertes Projekt bringt geflüchtete Frauen mit dem Studentenwerk zusammen und zeigt, wie Integration am Arbeitsplatz gelingen kann. Von Jörg Schurig