MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

24-Stunden-Bewachung

Zwickau weiht neuen Gedenkort für NSU-Opfer ein

Das Absägen eines Baumes im Gedenken an das NSU-Opfer Enver Şimşek sorgte bundesweit für Entsetzen. Die Stadt hat nun neue Bäume gepflanzt und hat den Gedenkort am Sonntag neu einweiht. Am Montag will Kanzlerin Merkel den Ort besuchen.

Enver Simsek, NSU, Zwickau, Gedenktafel
Gedenktafel für den NSU-Mordopfer Enver Şimşek in Zwickau © MiG

Nach der Zerstörung eines ersten Gedenkortes für die NSU-Mordopfer ist am Sonntag in Zwickau ein neues Denkmal eingeweiht worden. An jedem der zehn für die Opfer gepflanzten Bäume wurde eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen, wie ein Sprecher der Stadt dem „Evangelischen Pressedienst“ sagte. In einer Schweigeminute wurde der Opfer gedacht. Auf den Bodenplatten stehen unter anderem Namen, Alter und Beruf.

Ein erster Gedenkbaum für den ermordeten Blumenhändler Enver Şimşek war Anfang Oktober in Zwickau abgesägt worden. Am achten Jahrestag der Selbstenttarnung der rechtsextremen Terrorgruppe an diesem Montag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Gedenkort besuchen. Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird in Zwickau erwartet.

Das Absägen des Gedenkbaumes hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) sprach von einer „ruchlosen Tat“. In Zwickau war bereits 2016 ein anderes Denkmal für die Opfer des NSU zerstört worden.

Ein „starkes Zeichen“

Şimşek war das erste von insgesamt zehn Opfern der Mordserie des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) von 2000 bis 2011. Die Terrorzelle der Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt, zuletzt in Zwickau.

Mit dem Gedenkort im Zwickauer Schwanenteichpark will die Stadt nach eigenen Angaben ein „starkes Zeichen für mehr Toleranz und gegen das Vergessen der menschenverachtenden NSU-Taten“ setzen. Die Bäume waren seit Anfang der Woche gepflanzt worden und wurden seither rund um die Uhr bewacht. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...