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Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

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Homo hominem lupus est. Homo hominem homo est. Oder: Ich bin jene Kreatur, aus Lehm geformt. Ich will die Welt brennen sehen. Und das habt ihr davon.

Sven Bensmann, Migazin, Kolumne, bensmann kolumne
MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben.

DATUM27. August 2019

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Homo hominem lupus est. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf: Eine Erkenntnis aus einer Zeit als der Wolf noch groß und böse war; eine, die längst überholt ist. Der Wolf ist ein harmloses, sehr soziales Wesen. Wenn schon nicht für die Ziege oder das Wildschwein, dann doch mindestens im Vergleich mit dem Menschen.

Homo hominem homo est: Eigentlich ist der Mensch dem Menschen ein Mensch. In den immer neuen Grenzverschiebungen unserer Epoche, dessen, was man sagen, denken und tun darf, entartet der Mensch, dieses Zerrbild eines imaginierten Menschlich-seins, endgültig zu sich selbst.

Nicht den „Problemwolf“ sollte man im Angesicht dieser Erkenntnis zum Abschuss freigeben, vielleicht aber ja den „Problemmenschen“. Ganz ohne Prozess natürlich, denn die Todesstrafe lässt sich mit unseren jüdisch-christlichen Werten nicht vereinbaren – vielmehr also im Sinne einer „humanitären Aktion“, wie sie die Predator-Drohnen der USA im Nahen Osten bereits tagtäglich von deutschem Boden aus durchführen – auch wenn sich die Bundesregierung dessen nicht sicher genug ist, um auf deutschem Boden deutsches Recht einfordern zu wollen. Und „Hellfire“ trägt ja auch schon so etwas Reinigendes im Namen: Fegefeuer für alle. Dresden hat damit so gute Erfahrungen gemacht, dass man diesem Geschenk des Himmels noch heute gedenkt. Sodom und Gomorrha, Dresden und Hamburg – wo liegt denn schon der Unterschied? Den Toten ist es einerlei.

Gereinigt wird dann auch andernorts. Nein, nicht der deutsche Diesel – das wäre viel zu teuer. Aber das Klima macht sich die Welt, widde-widde-wie sie ihm gefällt. Das ewige Eis ist mittlerweile so heiß, dass Sibirien und Alaska in ungekanntem Ausmaß verbrennen. Und auch der Regenwald ist mittlerweile so trocken, dass er auf Satellitenbildern kaum mehr unter den Rauchfahnen der vielen Buschbrände zu entdecken ist – hätte man doch nur auf Donald Trump gehört und häufiger mal feucht durchgewischt. Immerhin: Dieser brennende Busch sprach zu Brasiliens eigenem Trump und jener schickt nun die Armee – um das Feuer zu bekämpfen, dass wer gelegt hat? Natürlich: Greenpeace.

Das Bild passt übrigens auch in diesem Kontext: Weil die Menschen von Sodom und Gomorrha sich nicht benehmen konnten, ließ der da oben, der ja eh macht, was er will, dieser alte weiße Mann, sie brennen. Und jetzt: der Klimawandel als biblische Plage, die alle vernichtet, die den Namen des Herrn missbrauchen, indem sie ihre eigene Monstrosität als christliche Moral verharmlosen: „God’s in his heaven – All’s right with the world!“

Andererseits, um Browning Feuerbach entgegen zu stellen: „Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.“ Will sagen: Ich bin jene Kreatur, aus Lehm geformt. Ich will die Welt brennen sehen.

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Ein Kommentar
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  1. Peter Enders sagt:

    Feuerbach ist gut, viel zu wenig bekannt.
    „Fegefeuer fuer Alle“ klingt auch gut, denn nun geht es auch den Verursachern an den Kragen (den USA mit den Schneestuermen an ihrer Ostkueste schon viel laenger, als ihnen bewusst ist).
    „Den Problemmenschen Beseitigen“ funktioniert bisher bei den Traegern des Darwin-Preises, aber auch dort nur sehr unvollstaendig. Das laesst nichts Gutes fuer die anderen ahnen …



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