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Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Hintergrund

Islamisches Opferfest – auch eine jüdisch-christliche Überlieferung

Am Sonntag feiern in Deutschland rund fünf Millionen Muslime das islamische Opferfest. Wie Muslime diesen Tag begehen und worauf das Fest zurückgeht, fasst MiGAZIN zusammen.

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Islamische Architektur aus Isfahan © seier+seier auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Das islamische Opferfest beginnt in diesem Jahr am Sonntag. Es bildet den Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka. Das viertägige Opferfest gehört zu den höchsten Festen der mehr als 1,8 Milliarden Muslime in der Welt. Auch in Deutschland, wo Schätzungen zufolge fünf Millionen Muslime leben, treffen sich die Gläubigen am Morgen zum Gebet in der Moschee. Viele Familien unternehmen Ausflüge, die Kinder erhalten Geschenke.

Das Fest erinnert an den Propheten Ibrahim (Abraham), der auf Gottes Geheiß bereit war, seinen erstgeborenen Sohn Ismail zu opfern. Eine ähnliche Überlieferung bietet die jüdisch-christliche Tradition, nach der Abraham die Opferung seines Sohnes Isaak vorbereitete.

Die Gläubigen feiern den glücklichen Ausgang dieser Prüfung, bei der der Sohn gerettet wurde und Ibrahim an seiner Stelle einen Widder schlachtete. Die Geschichte von Ibrahim und seinem Sohn zeigt islamischen Theologen zufolge Allahs Barmherzigkeit gegenüber den Menschen.

Ausnahme bei religiöser Schächtung

Nach der Tradition soll jede Familie ein Opfertier, wie im Koran vorgeschrieben, auf rituelle Weise schlachten. Man legt das Tier, zumeist ein Schaf, mit dem Kopf in Richtung Mekka und lässt es an der Halsschlagader ausbluten.

Das Schächten ohne vorherige Betäubung ist in Deutschland nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2002 müssen Behörden jedoch Ausnahmegenehmigungen erteilen, wenn ein Antragsteller persönlich der Überzeugung ist, dass sein Glaube das Schächten erfordert. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. Peter Enders sagt:

    Worin, bitte, besteht die „Barmherzigkeit“, wenn jemand einen anderen in derartige Not zwingt???

  2. Peter Enders sagt:

    Die Begründung „religiöse Überzeugung“ ist schwachsinnig: Da gründe ich doch glatt eine Religion, in der öffentlicher Nahverkehr kostenlos ist 🙂
    Richtiges Schächten geht so: Man streichelt das Schaaf, sodass es glücklich ist. Dann durchtrennt man blitzartig seine Halsschlagader. Es hat keine Zeit, Angsthormone auszuschütten, die sein Fleisch geschmacklich mindern. Das ist mit dem Sinn des deutschen Tierschutzgesetzes sehr wohl vereinbar (das – vermutlich einseitig – die Massentierschlachtung im Blick hat).



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