MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Venezuela

Über acht Millionen Flüchtlinge bis Ende 2020 erwartet

UNO-Angaben zufolge gehören Venezolaner zu den größten vertriebenen Bevölkerungsgruppen weltweit. Auf der Suche nach Sicherheit nehmen sie jede Gefahr in Kauf. Hilfsorganisationen rufen die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf.

Venezuela, Flagge, Fahne, Mast, Staat, Land
Die venezuelanische Flagge © anyulled @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) befürchtet, dass die Zahl der Flüchtlinge aus Venezuela bis Ende nächsten Jahres auf mehr als 8,2 Millionen Menschen steigen wird. Wenn die politische und wirtschaftliche Krise anhalte, werde sich die Zahl der Flüchtlinge verdoppeln, heißt es in einer Erklärung der OAS.

Aktuell haben mehr als vier Millionen Venezolaner ihr Land verlassen. Es handelt sich dabei um die größte Flüchtlingskrise in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas. Venezuela hatte vor der Krise 32 Millionen Einwohner.

Nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe gehören Venezolaner damit zu den größten vertriebenen Bevölkerungsgruppen weltweit. Eine aktuelle Umfrage, basierend auf fast 8.000 Interviews, belegt zudem, dass über 50% aller befragten Familien auf der Flucht aus Venezuela besonderen Risiken ausgesetzt waren oder immer noch sind: die Fluchtrouten, etwa über Flüsse, sind lebensgefährlich, Eltern müssen ihre Kinder betteln oder arbeiten schicken und Frauen sich prostituieren, um zu überleben.

Hohes Risiko bei der Flucht

Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UNHCR erklärt: „Wenn alles verloren scheint, nehmen die Menschen jedes Risiko, jede Gefahr in Kauf auf der Suche nach Sicherheit. Diese Menschen brauchen dringend Hilfe in der Not und gleichzeitig eine Perspektive und einen stabilen Alltag“.

Bis Ende 2019 erwartet die OAS einen Anstieg der Flüchtlingszahl auf etwa 5,7 Millionen Menschen. Vor allem fehlende Nahrungsmittel und medizinische Versorgung sowie die schlechte Sicherheitslage seien entscheidend dafür, dass Menschen sich zur Flucht entschließen, heißt es. Aktuell halten sich 80 Prozent (3,2 Millionen) der venezolanischen Flüchtlinge in Südamerika und der Karibik auf. Kolumbien, Chile, Peru und Ecuador sind die Hauptaufnahmeländer.

OAS fordert Unterstützung

Die OAS ruft die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Damit die Millionen von Menschen integriert werden können, müsse für den Schutz der Migranten gesorgt werden, heißt es in dem Papier.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro und der bürgerlichen Opposition. Parlamentspräsident Juan Guaidó hat sich am 23. Januar 2019 zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 50 Länder als legitimen Interimspräsidenten anerkannt. Maduro ist aber mit Hilfe des Militärs weiter an der Macht. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...