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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

Nicht unumstritten

Jüdisch-islamischer Präventions-Dialog gegen Antisemitismus

„Schalom Aleikum“ heißt eine neue Gesprächsreihe zwischen Juden und Muslimen in Deutschland. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt im Rahmen ihrer Antisemitismus- und Präventionsstrategie mit mehr als einer Million Euro. Unumstritten ist das Projekt nicht.

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Juden und Muslime radeln gemeinsam. meet2respect Tandemtour aus 2017 (Archiv) © WJST.de

Der Zentralrat der Juden will durch eine neue Dialogreihe den Austausch zwischen Juden und Muslimen in Deutschland fördern. Ziel sei es, Antisemitismus „gar nicht erst entstehen zu lassen“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster zum Auftakt des Projekts „Schalom Aleikum. Jüdisch-muslimischer Dialog“ am Mittwoch in Berlin.

Die bundesweit angelegte Gesprächsreihe wird von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), in diesem Jahr mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Zum Auftakt war am Mittwochabend in Berlin unter dem Motto „Starting dialogue“ ein Treffen jüdischer und muslimischer Jungunternehmer und Startup-Gründer geplant. Weitere Dialogforen mit Lehrern, Sportlern, Studierenden, Senioren und Frauengruppen sollten in den kommenden Monaten folgen, sagte der Geschäftsführer des Zentralrates, Daniel Botmann.

Widmann-Mauz betonte, bei dem Projekt gehe es darum, Hemmschwellen abzubauen und eine Verfestigung von Vorurteilen frühzeitig zu bekämpfen. „Prävention durch Dialog“, sagte die CDU-Politikerin. Dabei sollten mit der Gesprächsreihe auch neue Zielgruppen erreicht werden.

Widmann-Mauz kritisiert Gewalt

Zum Hintergrund des Projektes verwies die Integrationsbeauftragte auf den Anstieg antisemitischer und islamfeindlicher Straftaten. Sie sei entsetzt, dass es wieder möglich sei, dass Menschen wegen ihrer Religion beschimpft und angegriffen werden. „Das ist kein Zustand, den wir in unserem Land wollen“, sagte Widmann-Mauz.

Geplant seien verschiedene Dialogformate, hieß es weiter. Schuster betonte, wer aus seiner Lebensrealität heraus miteinander spreche, „geht ohne Vorbehalte aufeinander zu“.

Muslime unter Generalverdacht

Das Projekt ist nicht unumstritten. Kritiker werfen dem Zentralrat vor, Muslimen mit Distanz und Ablehnung zu begegnen. Dieses Projekt täusche Engagement vor. Zudem würden Muslime durch den Präventionsgedanken des Projektes pauschal unter Antisemitismusverdacht gestellt. Schuster hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Titel der Dialogreihe „Schalom Aleikum“ ist zusammengesetzt aus der hebräischen und arabischen Begrüßungsformel „Schalom Aleichem“ und „Salam Aleikum“. Beides bedeutet „Friede sei mit Euch“. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Ute Plass sagt:

    “ Kritiker werfen dem Zentralrat vor, Muslimen mit Distanz und Ablehnung zu begegnen. Dieses Projekt täusche Engagement vor. Zudem würden Muslime durch den Präventionsgedanken des Projektes pauschal unter Antisemitismusverdacht gestellt.
    Angesichts der nicht wenigen Äußerungen des Zentralrats bezüglich „muslimischer Antisemitismus“ ist diese Kritik nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz
    ist der Jüdisch-islamische Präventions-Dialog gegen Antisemitismus zu begrüßen, sofern er offen ist für kritische Einlassungen.



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