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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979
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Einbürgerungen 2018

Brexit-Sondereffekt scheint abgeschwächt

Im Jahr 2018 wurden 112.300 Ausländer eingebürgert. Die meisten Eingebürgerten stammen aus der Türkei gefolgt von Briten, Polen und Rumänen.

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Einbürgerungsurkunde © MiGAZIN

Die deutsche Staatsbürgerschaft haben im vergangenen Jahr 112.300 Ausländer erhalten. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ging die Zahl der Einbürgerungen britischer Staatsangehöriger von 7.500 im Jahr 2017 auf 6.600 zurück. Dies könnte auf ein Abschwächen des Sondereffekts hindeuten, der 2016 begonnen hatte und einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Brexit nahelegt, vermutet die Statistikbehörde. Von 2016 bis 2018 hat es insgesamt 17.000 Einbürgerungen britischer Staatsangehöriger gegeben. In den 15 Jahren davor waren es zusammen nur 4.800.

Damit nimmt das Vereinigte Königreich 2018 in der Rangfolge den zweiten Platz nach der Türkei (16.700 Einbürgerungen) ein. Die Zahl der Einbürgerungen türkischer Staatsbürger stieg 2018 erstmals wieder, nachdem sie seit 2013 kontinuierlich zurückgegangen war. Die Plätze drei bis fünf belegen Polen (6.220 Einbürgerungen), Rumänien (4.325) und der Irak (4.080).

Weiblich und ledig

Mit insgesamt 112.300 Einbürgerungen im Jahr 2018 hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr kaum verändert (2017: 112.200). In den Jahren 2000 bis 2008 hatte sich den Angaben zufolge die Zahl von 187.000 auf 94.000 nahezu halbiert, bevor sie von 2009 bis 2011 in etwa auf das Niveau der vergangenen sieben Jahre anstieg.

Die Menschen, die im Jahr 2018 die deutsche Staatsangehörigkeit annahmen, waren mehrheitlich weiblich (53,6 Prozent), nicht verheiratet (54,8 Prozent) und im Schnitt 34,8 Jahre alt. Sie hatten vor ihrer Einbürgerung durchschnittlich 17,3 Jahre in Deutschland gelebt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. (epd/mig)

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