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Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Mevlüde Genç Medaille

Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Solingen

Mit einer Gedenkveranstaltung ist in Solingen an die Opfer des fremdenfeindlichen Brandanschlags vom 29. Mai 1993 erinnert worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet überreichte erstmals die Mevlüde-Genç-Madaille.

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Das Haus der Familie Genç nach dem Brandanschlag

Mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung ist am Mittwochabend in Solingen an die Opfer des fremdenfeindlichen Brandanschlags vom 29. Mai 1993 erinnert worden. „Damals verlor unsere Stadt ihre Unschuld“, sagte der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Er sprach von einem „beispiellosen Verbrechen“. Bei dem Brandanschlag vor 26 Jahren wurden zwei Frauen und drei Mädchen getötet, als vier junge Neonazis in der Nacht zum Pfingstsamstag 1993 das Haus der türkischen Familie Genç anzündeten. Die Tat rief weltweit Entsetzen hervor.

Die Familie Genç habe damals die unvorstellbare Kraft aufgebracht, dem Hass und der Gewalt mit Friedfertigkeit zu begegnen, sagte Kurzbach laut Redetext. „Solingen darf all dies niemals vergessen.“ Am Mahnmal gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit fanden Gebete und eine Schweigeminute statt. Das Ehepaar Genç nahm nicht an der Gedenkfeier teil, sie waren nach Worten von Kurzbach in der Türkei, um die Gräber ihrer Familienmitglieder zu besuchen.

Deutschland und die Türkei müssten den Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gemeinsam fortführen, erklärte die türkische Generalkonsulin Sule Gürel. „Der Anschlag in Solingen war weder der erste noch der letzte rassistische Anschlag“, sagte Gürel und erinnerte unter anderem an die Morde der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. Rassismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit gebe es weiterhin. „Der stärker werdende Rechtspopulismus beunruhigt Muslime und Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärte die Diplomatin.

Toleranzpreis „Silberner Schuh“ vergeben

Vor der Gedenkfeier wurde der Solinger Toleranzpreis „Silberner Schuh“ vergeben. Die seit 2004 vom Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verliehene Auszeichnung ging in diesem Jahr an die Kommunikationsdesignerin, Fotografin und Journalistin Daniela Tobias für ihr mutiges Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Sie engagiert sich unter anderem bei Amnesty International, für die Aktion Stolpersteine und für die Einrichtung einer NS-Bildungs- und Gedenkstätte in Solingen.

„Solingen ist spät dran damit“, sagte Tobias in ihrer Dankesrede. „Wir haben in Solingen vor 26 Jahren leidvoll erfahren müssen, dass die Geister der nationalsozialistischen Ideologie immer noch ihre tödliche Wirkung entfalten können, wenn wir nicht wachsam sind.“ Ein Vergessen könne es daher nicht geben.

Laschet überreicht erstmals Mevlüde-Genç-Medaille

Bereits am Dienstag hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dem Duisburger Verein „Jungs“ die Mevlüde-Genc-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen überreicht. Der 1998 gegründete Verein leiste einen wertvollen Beitrag zur Verständigung zwischen den Kulturen und setze sich für die Bekämpfung von Stereotypen ein, sagte der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, der als Laudator bei der Preisverleihung in Düsseldorf auftrat.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde erstmals verliehen. Sie soll einzelne Menschen sowie Gruppen würdigen, die sich für Versöhnung zwischen den Kulturen und das friedliche Miteinander der Religionen einsetzen.

Benannt ist die Medaille nach Mevlüde Genç, die mit ihrem Ehemann Durmus bei dem fremdenfeindlichen Brandanschlag von Solingen fünf Familienmitglieder verlor. Mit der Mevlüde-Genç-Medaille sollten Menschen ausgezeichnet werden, die „Brücken bauen“, sagte Laschet. Mit der Namengeberin Mevlüde Genç habe man eine Persönlichkeit gewählt, die sich in „einem Moment tiefsten Schmerzes“ – dem Tod ihrer Familienmitglieder – für Versöhnung in der Gesellschaft ausgesprochen habe. Die Auszeichnung des Landes war im vergangenen Jahr aus Anlass des 25. Jahrestags des Brandanschlags von Solingen gestiftet worden. (epd/mig)

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