MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Gesetzesänderung

Innenministerium will von Geistlichen Nachweis von Deutschkenntnissen

Geistliche aus dem Ausland sollen in Zukunft ohne ausreichenden Deutschkenntnissen nicht mehr nach Deutschland einreisen dürfen. Treffen dürften die Pläne des Bundesinnenministeriums insbesondere Imame.

Imam, Moschee, Beten, Vorbeter, Islam, Muslim
Imam in der Moschee © paul prescott / Shutterstock.com

Geistliche sollen nach Plänen des Bundesinnenministeriums künftig nur noch mit ausreichenden Deutschkenntnissen in der Bundesrepublik tätig sein dürfen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte am Montag in Berlin, man plane eine Änderung des Aufenthaltsgesetzes und der Beschäftigungsverordnung, um dies zur Einreisevoraussetzung zu machen. Die Beratung über die genauen Details der Regelung sei noch nicht abgeschlossen.

Die Sprecherin argumentierte, Geistlichen komme insbesondere vor dem Hintergrund der gestiegenen Zuwanderungszahl integrationspolitisch eine große Bedeutung zu. Die könne sich am besten entfalten, wenn die Geistlichen die deutsche Sprache sprechen. Die Regelung soll nach ihren Worten alle Geistlichen betreffen, die aus dem Ausland entsendet werden. Der Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse könnte danach unter anderem von katholischen Priestern und Imamen aus Drittstaaten verlangt werden.

Ausbildung in Deutschland noch in Kinderschuhen

Inwieweit das Vorhaben in der großen Koalition abgestimmt ist, blieb am Montag offen. Die Pläne gehen über den Koalitionsvertrag von Union und SPD hinaus. CDU-Vorstandsmitglied Carsten Linnemann hatte ein Visum für Imame und andere religiöse Prediger gefordert, das an Deutschkenntnisse gekoppelt ist.

In muslimischen Gemeinden in Deutschland predigen in aller Regel Imame aus dem Ausland, unter anderem weil die Moschee-Gemeinden in Deutschland nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen. Zudem steckt die Ausbildung deutscher Imame noch in den Kinderschuhen. Bei der Islamkonferenz im vergangenen November appellierte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an die Gemeinden, bei der Ausbildung voranzukommen. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...