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Migration und Integration in Deutschland

Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010

Überfordert

Mexiko will „Marshall-Plan“ für Mittelamerika

Derzeit campieren rund 7.000 Migranten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana. Die Behörden sehen sich überfordert mit der Versorgung der Migranten, die weiter in die USA wollen aber nicht können. Der US-Grenzschutz bearbeitet täglich nur 70 Anträge.

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Die mexikanische Flagge © Rob Young @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Angesichts der Flucht Tausender Menschen aus Mittelamerika will die neue mexikanische Regierung zusammen mit den USA einen „Marshall-Plan“ für die Region abschließen. Damit solle den Menschen eine Perspektive gegeben werden, sagte der designierte mexikanische Außenminister Marcelo Ebrad am Mittwoch (Ortszeit) laut einem Bericht der Tageszeitung „La Jornada“. „Wir möchten, dass die USA sich an einem Projekt beteiligen, dass Arbeitsplätze in Mittelamerika schafft“, betonte er. Der Entwicklungspakt müsste mindestens 20 Milliarden US-Dollar umfassen.

Ebrad betonte, Mexiko könne nicht allein das Problem der Migration aus Mittelamerika bewältigen. Der Pakt solle die Armut in Ländern wie Honduras bekämpfen helfen, aus dem ein Großteil der Migranten kommt. Die neue Regierung unter dem Linksnationalisten Andrés Manuel López Obrador nimmt ihre Arbeit am Samstag auf.

Überfordert mit der Versorgung

Derzeit sind etwa 7.000 Migranten aus Mittelamerika in der Grenzstadt Tijuana angekommen, die dort im Freien ohne ausreichend Waschmöglichkeiten und Toiletten campieren. Die Behörden in Tijuana sehen sich überfordert mit der Versorgung der Migranten. Die Stadt hat inzwischen einen „humanitären Notstand“ ausgerufen. Die UN-Kinderschutzorganisation Unicef zeigte sich zutiefst besorgt über die Situation der rund 1.000 Kinder in dem Migrantencamp. Es fehle an elementaren Dingen wie Nahrung, Bildung, psychosoziale Unterstützung und Gesundheitsversorgung, teilte Unicef mit.

Die Migranten sind vor Armut und Gewalt in ihren Heimatländern geflohen und hoffen auf Asyl in den USA. Die Bearbeitung der Asylanträge durch den US-Grenzschutz kann jedoch Monate in Anspruch nehmen. Der US-Grenzschutz bearbeitet täglich etwa 70 Anträge, mehr als 3.000 Verfahren sind aber noch offen, wie es offiziell hieß. Mehrere Tausend Migranten sind noch auf den Weg in Richtung US-Grenze. (epd/mig)

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