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Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

Traumhaft

Eine Migrationsgeschichte mit viel Erfolg und Reichtum

Innerhalb von fünf Jahren schaffte der Unternehmer Hamdi Ulukaya in den USA mit seinem Unternehmen einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dolar. Nur wenige Jahre vorher war er von der türkischen Provinz Erzincan migriert.

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Chobani in den USA

DATUM20. Oktober 2018

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RESSORTWirtschaft

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Seine Migration in die USA ist zugleich auch eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Hamdi Ulukaya lebte in einfachen Verhältnissen in der türkischen Provinzstadt Erzincan als Sohn eines Milchbauers. Hamdi Ulukaya half im Betrieb, indem er als Hirte die Herde hütete.

1994 zog es ihn zu Studienzwecken in die USA. Auf Anraten seines Vaters gründete er 2002 eine Käsefabrik. Die Idee dahinter: der Käse in den USA schmeckte ganz anders als in der türkischen Provinz. Hamdi Ulukayas Vater war überzeugt, dass die Amerikaner den türkischen Käse lieben würden, wenn sie ihn einmal probierten. Die Rechnung ging nicht auf.

2005 bot sich Hamdi Ulukaya eine weitere Gelegenheit für eine Karriere als Unternehmer. Er kaufte eine alte, heruntergekommene Fabrik von Kraft Foods in South Edmeston einer Provinz von New York und nannte es Chobani. Chobani ist angelehnt an das türkische Wort „Çoban“ und bedeutet Hirte. Seine Vision war, den Amerikanern einen Joghurt anzubieten, der lecker, gesund, nahrhaft und erschwinglich für den Geldbeutel war.

Gedanken sortieren beim Streichen

Das Geld für den Kauf besorgte sich Ulukaya von einem staatlichen Gründerfonds. Dafür ist er, wie er heute selbst sagt, „unendlich dankbar“. Von der früheren Kraft-Belegschaft heuerte er fünf Mitarbeiter an, die sich mit der Anlage gut auskannten.

In einem Vortrag erzählt Ulukaya die ersten Stunden nach dem Kauf der Firma. In der ersten Sitzung beschlossen Ulukaya und seine kleine Belegschaft, die Firma anzustreichen. Sie gingen in den nächsten Baumarkt und kauften weiße Farbe. „Wir wussten nicht, was wir sonst tun sollten“, so der junge Unternehmer in einem Vortrag. Eine zündende Idee, wie sich später noch herausstellen sollte. „Das Streichen erwies sich als eine sehr gute Gelegenheit, die Gedanken zu sortieren und Ideen zu sammeln. Nach dem Streichen wussten wir, was wir zu tun hatten“, erklärt Ulukaya.

Eine Milliarde nach fünf Jahren

Doch die frisch angestrichene Fassade der Firma sollte sich später doppelt auszahlen, als es darum ging, den ersten Großkunden an Land zu ziehen. Bei einem Gespräch sah der Kunde die Firma aus der Ferne und verzichtete auf eine Innenbesichtigung. Der Kunde war schon vom Anblick der sauberen Außenfassade überzeugt.

In den folgenden Jahren, so Ulukaya, habe er die Firma nicht verlassen, hart gearbeitet, jeden Arbeitsschritt, jede Entscheidung sorgfältig abgewogen, viel Zeit und Nerven in das junge Unternehmen investiert. Eine Investition, die sich gelohnt hat, wie Zahlen von Chobani zeigen. In weniger als fünf Jahren nach dem Start erwirtschaftete das junge Unternehmen einen Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Es ist heute der führende Hersteller von Joghurt in den USA und expandiert inzwischen weltweit.

Vielfach ausgezeichnet

Ulukaya zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Unternehmern in den USA. Er wurde vielfach ausgezeichnet und hat seinen Reichtum – im Gegensatz zu anderen Milliardären – über einen relativ langen Zeitraum erarbeitet. Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, beispielsweise brauchte zwischen seiner ersten Million bis zur ersten Milliarde gerade einmal zwei Jahre. Mark Zuckerberg gelang der Schritt von der ersten Million zur ersten Milliarde sogar binnen eines Jahres, wie eine Recherche unter Milliardären zeigt. Noch schneller geht’s kaum, außer man erbt, wie Francoise Bettencourt Meyers (L’Oreal). Wer da noch mithalten kann, sind allenfalls Glückspilze. Ein britischer Soldat etwa wurde mit einem Slot-Spiel binnen weniger Augenblicke zum Multi-Millionär.

Das Besondere am Erfolg von Hamdi Ulukaya ist, dass er nicht mit Glück oder dem schnellen Internet es zum Reichtum gebracht hat, sondern in einem klassischen Gewerbe: Lebensmittel. Ein Erfolg, der bis dato einzigartig ist. Vor ihm ist es in den USA keinem anderen Unternehmer in dieser Branche gelungen, in so kurzer Zeit so schnell zu wachsen. (dd)

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