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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

169 statt 61

Todesopfer rechter Gewalt fast dreimal so hoch als offiziell angegeben

Seit 1990 sind Medien-Recherchen zufolge mindestens 169 Menschen von Rechtsextremisten getötet worden. In der offiziellen Statistik hingegen steht die Zahl 61.

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Umrisse eines Toten (Symbolfoto) © Bundespolizei

Die Zahl der Todesopfer rechter Gewalt ist laut Medien-Recherchen mehr als doppelt so hoch wie von der Bundesregierung offiziell angegeben. Seit 1990 seien mindestes 169 Menschen von Neonazis und anderen Rechten getötet worden, berichtete der „Tagespiegel“ unter Berufung auf eigene Recherchen, an denen auch „Zeit Online“ beteiligt war. Bei weiteren 61 Todesopfern gebe es zumindest starke Indizien dafür. Die Bundesregierung hatte im Juni in der Antwort auf eine Anfrage von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) von 83 Toten seit der Wiedervereinigung gesprochen.

Der Berliner „Tagesspiegel“ betreibt bereits seit dem Jahr 2000 eine Langzeitrecherche zu Todesopfern rechtsmotivierter Gewalt seit 1990. Mehrere Bundesländer haben nach Angaben der Zeitung im Laufe der Jahre auf die Recherchen reagiert und Fälle aus der Vergangenheit gründlich nachgeprüft. Zahlreiche Altfälle, die die Polizei zunächst als unpolitisch eingestuft hatte, seien so schließlich für die offizielle Statistik nachgemeldet worden.

So hätten nach dem Auffliegen der Terrorgruppe NSU Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin zusätzlich 18 Verbrechen mit 19 Toten nachträglich als rechts motivierte Kriminalität eingestuft. Nach wie vor gebe es jedoch Diskrepanzen zwischen offizieller Statistik und den Recherchen. (epd/mig)

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