Hand, Hände, Alt, Alter, Hilfe, Hand halten, Selbsthilfe
Pflege (Symbolfoto) © jimpg2_peace2011 auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Studie

Muslime in Diakonie-Heimen tragen christliches Profil mit

In immer mehr diakonischen Einrichtungen sind Muslime beschäftigt. Einer aktuellen Studie zufolge ist das kein Problem. Muslime haben sogar weniger Berührungsängste gegenüber einem christlichen Arbeitsumfeld als Konfessionslose.

Freitag, 28.09.2018, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:42 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Das christlich geprägte Profil von diakonischen Einrichtungen wird einer Studie zufolge auch von Beschäftigten muslimischen Glaubens und von Konfessionslosen respektiert und unterstützt, sofern kein Druck aufgebaut wird. Christliche wie nicht kirchlich gebundene Mitarbeitende der Diakonie trügen Andachten, Tischgebete, christliche Sterbe- und Trauerrituale mit, sagte Studienleiterin Beate Hofmann vom Institut für Diakoniewissenschaft und Diakonie-Management der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel am Donnerstag in Bielefeld.

Muslimische Beschäftigte haben demnach weniger Berührungsängste gegenüber einem christlichen Arbeitsumfeld als Mitarbeiter ohne Konfession. Insgesamt ist der Studie zufolge die Bereitschaft zur Beteiligung an christlichen Ritualen individuell unterschiedlich. Während einige vorbehaltlos teilnähmen, umgingen andere etwa das Gottesdienstangebot. Entscheidend für die Akzeptanz religiöser Praxis in den Einrichtungen sei vor allem die Religiosität der Bewohner.

___STEADY_PAYWALL___

Islam mehr Raum gegeben

Die befragten Mitarbeiter erklärten, dass das „Diakonische“ für sie nicht auf die religiöse Praxis beschränkt sei. Ihrer Ansicht nach machen ein menschlicher Umgang unter den Kollegen, Achtsamkeit gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner sowie die Präsenz von Diakonen, Seelsorgern und Pfarrern eine evangelische Einrichtung aus. Auch eine Abschiedskultur in Form von Sterbe- und Trauerritualen spiele für sie ein wichtige Rolle.

Studienleiterin Beate Hofmann sieht in den diakonischen Unternehmen Verbesserungsbedarf. Sie sollten entsprechende Fortbildungen und Einführungstage für nicht evangelische Beschäftigte anbieten, empfahl die Theologin. Außerdem sollten die Träger kultursensible Führungskräfte auswählen und unterstützen, der Religion muslimischer Mitarbeiter sollte mehr Raum gegeben werden. (epd/mig)

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)