MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Unicef

Ein Drittel der Kinder in Krisenländern geht nicht zur Schule

Kinder in Krisenländern sind der Unicef zufolge in einem endlosen Kreislauf der Armut gefangen. Das Problem: Jedes dritte Kind besucht keine Schule, insgesamt 104 Millionen Kinder und Jugendliche. Weltweit ist diese Zahl fast dreimal so hoch.

Flüchtlinge, Flucht, Flüchtling, Asyl, Flüchtlingslager, Irak
Ein Flüchtlingslager im Irak © UNHCR / B. Sokol

Jedes dritte Kind in Krisenländern besucht keine Schule. Insgesamt können 104 Millionen 5- bis 17-jährige Jungen und Mädchen in solchen Ländern ihre Bildung nicht fortsetzen, wie Unicef vergangene Woche Mittwoch in New York mitteilte. „Wenn ein Land von Konflikten oder Katastrophen getroffen wird, werden die Kinder und Jugendlichen zweimal zu Opfern“, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Schulen würden beschädigt, zerstört oder besetzt – und die Mädchen und Jungen kehrten nur selten in die Schule zurück.

Langfristig sind die Kinder den Angaben zufolge in einem endlosen Kreislauf der Armut gefangen: Wo Kriege oder Naturkatastrophen wüten, ist einer von fünf Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren noch überhaupt nie zur Schule gegangen. Zwei von fünf Jugendlichen konnten die Grundschule nicht beenden.

Weltweit gehen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks 303 Millionen 5- bis 17-Jährige nicht zur Schule, das entspricht einem von fünf Kindern und Jugendlichen in diesem Alter. Armut sei noch immer das größte Hindernis auf dem Weg zu Bildung. Ein Kind im Grundschulalter aus den ärmsten Verhältnissen besuche viermal so oft keine Schule wie ein Kind aus den reichsten Haushalten.

1,3 Milliarde 10- bis 19-Jährige

Laut Unicef wird die Anzahl der 10- bis 19-Jährigen weltweit bis 2030 auf 1,3 Milliarden steigen. Diese zukünftigen Arbeitskräfte brauchten eine gute Ausbildung und bessere Aussichten auf Beschäftigung, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein.

Das Kinderhilfswerk ruft deswegen zu mehr Investitionen in die Bildung von Kindern in Krisenländern auf, damit diese in einer sicheren Umgebung lernen können. „Wenn wir klug und schnell vorgehen, können wir junge Menschen dazu befähigen und ausbilden, friedliche und erfolgreiche Gesellschaften aufzubauen“, sagte Unicef-Chefin Fore. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...