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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Studie

Integration geflüchteter Frauen besser fördern

Frauen machen 40 bis 45 Prozent aller Flüchtlinge aus. Gleichzeitig verläuft ihre Integration häufig schleppender als bei Männern. In Deutschland brauchen sie deutlich länger, um einen Job zu finden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen OECD-Studie.

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Eine Frau (Symbolfoto) © Michael Coghlan @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Integration von geflüchteten Frauen lässt nach Ansicht des Migrationsforschers Thomas Liebig in Deutschland „zu wünschen übrig“. Im Vergleich zu den skandinavischen Ländern brauchen geflüchtete Frauen hierzulande deutlich länger, um einen Job zu finden, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie Liebigs für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. Demnach finden in den ersten fünf Jahren in Deutschland nur etwa 15 Prozent der geflüchteten Frauen Arbeit. In Schweden liege der Wert mit 30 Prozent etwa doppelt so hoch.

Ein generelles Problem sei, dass Frauen weniger häufig an Integrationsmaßnahmen teilnähmen als Männer. So brächen viele Frauen ihre Sprachkurse ab. Unter den Absolventen von Sprachtests waren der Studie zufolge in Deutschland nur 20 Prozent Frauen. Zu Beginn der Sprachkurse habe der Anteil allerdings noch bei einem Drittel gelegen.

Schwangerschaft, Bildung, Gesundheit

Entscheidend für die besondere Situation der Frauen seien Schwangerschaft, Bildung und Gesundheit. So bekämen geflüchtete Frauen häufig kurz nach der Ankunft ein Kind, hätten meist einen geringeren Bildungsstand als Männer, litten häufiger unter gesundheitlichen Problemen und hätten weniger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Niedrige Beschäftigungsquoten seien damit nicht kulturbedingt, sondern entstünden durch spezielle Probleme: „Das heißt, man kann hier was tun.“

In der Studie wird empfohlen, stärker auf isolierte Flüchtlingsfrauen zuzugehen. Mentorenprogramme seien besonders vielversprechend, um Netzwerke für die Frauen aufzubauen. Zudem müsse der Abbruch von Sprachkursen besser analysiert werden, um die Probleme dahinter zu beheben. Liebig sagte, er sehe es als sinnvoll an, die Übernahme skandinavischer Modelle für Deutschland zu diskutieren. (epd/mig)

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