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Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Studie

Rechtsextremismus und Islamismus verstärken sich gegenseitig

Feindlichkeit gegen Muslime und islamistischer Fundamentalismus sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig. Mobilisierungs- und Radikalisierungsstrategien beider Lager ähneln sich – auch ideologisch. Dies zeigt sich besonders im Internet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie.

Dreckspack, Hetze, Internet, Hass, Ausländerfeindlichkeit
Dreckspack © MiG

Muslimfeindlichkeit und Islamismus im Internet befördern sich gegenseitig und führen zur weiteren Polarisierung in der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag in Berlin vorgestellte Studie unter dem Titel „Hassliebe“ des Institutes für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und des Institute for Strategic Dialogue in London.

„Extreme Rechte und Islamisten lehnen Freiheit, Pluralismus und Liberalismus ab“, sagte der Politikwissenschaftler Maik Fielitz, einer der Autoren der Studie. Gemeinsam sei beiden Gruppen die Dämonisierung von fremden Gruppen, die eigene Opferidentität, der Antisemitismus und der Glaube an Verschwörungstheorien. Dabei lernten beide Bewegungen voneinander – bei Kommunikationsstrategien wie auch bei der Abwehr der Strafverfolgung. „Es geht ihnen darum, die Demokratie notfalls mit Gewalt abzuschaffen und durch einen Führerstaat oder die Scharia zu ersetzen“, sagte Fielitz.

10.000 Facebook- und Twitter-Einträge untersucht

Für die Studie analysierten die Autoren mehr als 10.000 islamistische und rechtsextremistische Facebook-Einträge sowie knapp 1,5 Millionen deutschsprachige muslimfeindliche Twitter-Beiträge zwischen 2013 und 2017. Träger des Jenaer Institutes ist die Berliner Amadeu Antonio Stiftung. Das Londoner Institut ist ein 2006 gegründeter Think Tank.

Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung, erklärte, islamistische Radikalisierung, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus müssten zusammen gedacht und gemeinsam angegangen werden. Dies müsse in der Präventionsarbeit berücksichtigt werden. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. serval sagt:

    Das kommt großenteils auch daher, weil die Politik einäugig ist und bisher meist nur versucht hat, extremistische Muslime zum Schweigen zu bringen, während man rechtsextreme Hetzportale, wie PI unbehelligt gelassen hat. Es versteht sich ja wohl von selbst, daß manche Muslime überreagieren, wenn ihnen jene Muslimhasser mit der Vertreibung aller Muslime aus Europa und einem neuen Kreuzzug drohen und dabei feststellen müssen, daß der deutsche Staat keine Bereitschaft zeigt, etwas gegen diese Hetze zu unternehmen, während jedem unbedeutenden muslimischen „Haßprediger“ sofort mit Ausweisung gedroht wird – sofern er nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.
    Die Aussage über die Judenfeindlichkeit bei den Rechtsextremen scheint mir so nicht zuzutreffen, da diese großenteils zionistenfreundlich sind. In ihrem Haß auf den Islam und die muslimischen Völker stellen sie sich auf die Seite Israels als Zivilisationsprojekt des westlichen Kolonialismus im überwiegend muslimischen Nahen Osten. Ihre Ablehnung den Juden gegenüber ist gegen die Juden in Europa gerichtet; sie hätte es wohl gern, wenn diese alle nach Israel gingen, um dort gegen die Muslime zu kämpfen.

  2. Ute Plass sagt:

    „Heutige Rassisten und Ultranationalisten bis hin zu Neonazis bedienen sich der strategischen Kommunikation in der Nachfolge der NSDAP, sie nehmen sich an deren Propaganda ein Beispiel.“
    https://www.rubikon.news/artikel/das-fluchtlings-marchen



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