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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010
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"Fatale" Folgen

Bundesagentur will auch Intergrationskurse für geduldete Flüchtlinge

Die Bundesagentur für Arbeit kritisiert bei Unionspolitikern eine Abwehrhaltung gegen Integrationsmaßnahmen für nicht anerkannte Flüchtlinge. Es sei „fatal“, dort nicht zu investieren.

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Agentur für Arbeit © svensonsan auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fordert mehr Job-Chancen für geduldete Flüchtlinge. Bei einem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ende vergangener Woche bei der BA in Nürnberg kritisierte Verwaltungsratsvorsitzende Annelie Buntenbach, dass es unter Politikern der CDU und CSU eine „Abwehrhaltung“ gegen Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse für nicht anerkannte Flüchtlinge gebe. Es sei „fatal“, hier nicht zu investieren, sagte Buntenbach. „Damit machen wir uns langfristig Probleme.“

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, zeigte sich wiederum zufrieden mit der Zahl der anerkannten Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. 220.000 Menschen hätten bisher vermittelt werden können, sagte er. 26.000 junge Flüchtlinge hätten eine Ausbildungsstelle und würden damit fünf Prozent der Lehrlinge bundesweit stellen.

Weitsichtige Weiterbildungspolitik gefordert

Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt forderte bei der Gesprächrunde der Vertreter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IBA), Enzo Weber, eine weitsichtige Weiterbildungspolitik. Die Debatte um die Folgen der Digitalisierung sei geprägt von den Ängsten vor Jobverlusten, sagte er. Es werde aber einen Anpassungsprozess geben, in dem die Arbeitsagenturen viele Menschen für andere Aufgaben weiterqualifizieren müssten. Er gab sich zuversichtlich, dass neue Investitionen, neue Produkte und neue Dienstleistungen wieder genügend Arbeitsplätze schaffen würden.

Die Arbeitsvermittler in den Jobcentern werden voraussichtlich mehr als bisher damit beschäftigt sein, Menschen auf steigende Anforderungen in der Arbeitswelt vorzubereiten, als Jobs zu vermitteln, fasste Bundespräsident Steinmeier zusammen. Er zeigte sich nach seinem Besuch froh, „dass offene Fragen hier nicht unter den Teppich gekehrt wurden“. (epd/mig)

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