MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Studie

Fast 31 Millionen neue Flüchtlinge im eigenen Land

Gewalt und Naturkatastrophen haben einer aktuellen Erhebung zufolge im vergangenen Jahr rund 31 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Viele Flüchtlinge bleiben ihrer Heimat über Jahre fern und sind auf humanitäre Hilfen angewiesen.

Flüchtlingslager, Flüchtlinge, Südsudan, Afrika, Krieg
Flüchtlingslager in Südsudan © Nando and Elsa Peretti Foundations @ flickr.com (CC 1.0), berab. MiG

Fast 31 Millionen Menschen sind 2017 laut einem Expertenbericht wegen Gewalt und Naturkatastrophen zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. Es sei niederschmetternd, dass so viele Menschen innerhalb eines Jahres neu zur Flucht gezwungen wurden, erklärte Alexandra Bilak, die Direktorin des Zentrums für Binnenflucht (IDMC) am Mittwoch in Genf. Die Welt müsse entschlossener als bislang gegen Fluchtursachen wie Krieg und Unterdrückung vorgehen, heißt es im Jahresbericht des Zentrums.

Fast 19 Millionen Menschen flohen vor Naturkatastrophen. Vor Gewalt und Konflikten suchten dem Bericht zufolge rund 11,8 Millionen Männer, Frauen und Kinder im vergangenen Jahr Schutz außerhalb ihrer Heimatregion, aber im eigenen Land. Diese Zahl ist fast doppelt so hoch wie im Vorjahr und die höchste seit rund einem Jahrzehnt. Brennpunkte sind Konfliktregionen in Afrika südlich der Sahara wie in der Demokratischen Republik Kongo mit insgesamt 5,5 Millionen neuen Binnenflüchtlingen, und in arabischen Ländern wie in Syrien mit fast 4,5 Millionen.

40 Millionen Menschen auf der Flucht

Insgesamt sind laut dem Zentrum rund 40 Millionen Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Kämpfen, Terrorismus und Unterdrückung im eigenen Land. Viele von ihnen haben den Angaben zufolge seit Jahren ihre angestammte Heimat nicht mehr gesehen. Jan Egeland, der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, forderte langfristige Lösungen für die Schutzsuchenden. Zu viele Menschen lebten zu lange von humanitären Hilfslieferungen.

Naturkatastrophen wie Stürme, Überflutungen, Feuersbrünste und Dürren lösten in 135 Staaten Fluchtbewegungen aus. Die meisten Binnenflüchtlinge wurden dabei in China gezählt (4,5 Millionen). Es folgten die Philippinen (2,5 Millionen) sowie Kuba und die USA mit jeweils 1,7 Millionen. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...