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Migration und Integration in Deutschland

Der große Wert der Ausländerbeschäftigung liegt darin, dass wir hiermit über ein mobiles Arbeitskräftepotential verfügen. Es wäre gefährlich, diese Mobilität durch eine Ansiedlungspolitik größeren Stils einzuschränken.

Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Hochschulen

Zahl der studierenden Flüchtlinge hat sich verdreifacht

Die Zahl der Flüchtlinge, die an deutschen Hochschulen studieren, hat sich seit dem Wintersemester 2016/2017 verdreifacht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung.

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Studenten an der Universität (Symbolfoto) © velkr0 auf flick.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Integration von Flüchtlingen an deutschen Hochschulen macht nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz deutliche Fortschritte. Laut einer Befragung unter den Hochschulen hat sich Zahl der neu als Studenten eingeschriebenen Flüchtlinge zwischen dem laufenden und dem vorangegangenen Wintersemester auf fast 3.000 nahezu verdreifacht, wie die Hochschulrektorenkonferenz am Dienstag in Bonn mitteilte. Den Flüchtlingen gelinge damit „zunehmend der Schritt in den eigentlichen Studienbetrieb“, hieß es. Bei den Neu-Immatrikulationen handele es sich um Einschreibungen für ein Bachelor- oder Masterstudium oder für eine Promotion.

Laut der Hochschulrektorenkonferenz setzt sich der Trend seit Beginn der Abfragen im Wintersemester 2015/2016 fort. Auch die Zahl der Einzelberatungen für Flüchtlinge wachse weiter. „Die Entwicklungen sind folgerichtig“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler. Immer mehr Flüchtlinge seien nun in der Lage, ein Studium aufzunehmen. „Die gezielte, individuelle Beratung in den Hochschulen schafft die Voraussetzung, das richtige Studienangebot zu finden, die Zulassung zu bewältigen und die Rahmenbedingungen zu klären“, betonte Hippler

Gleichwohl benötigten die Flüchtlinge während des Studiums eine besondere Betreuung. „Um den Studienerfolg zu sichern, müssen die Hochschulen eine spezielle fachliche Begleitung sicherstellen“, unterstrich Hippler. Ein Drittel der Hochschulen biete zudem zusätzliche Angebote für weibliche Flüchtlinge an. Der Frauenanteil bei den Immatrikulierten entspreche mit 20 bis 25 Prozent in etwa dem Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Flüchtlinge, die nach Alter und Qualifizierung die Voraussetzungen für ein Studium mitbrächten. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Salomo sagt:

    3000 Studenten bei 1.000.000 Flüchtlingen. Fantastisch!



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