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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Jens Spahn

Abschlüsse ausländischer Pflegekräfte schneller anerkennen

Rund 17.000 offene Pflegestellen gibt es in Deutschland. Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn will die Lücke schließen – auch mit ausländischen Fachkräften. Ihre Berufsabschlüsse sollen schneller anerkannt werden. Patientenschützer kritisieren „Sprechblase ohne Substanz“.

Altenpflege, Krankenpflege, Fluechtling, Praktikum, Ausbildung
Brahima Diallo, 30, aus Guinea macht ein Praktikum im Altersheim – und erhält aufgrund hervorragender Leistungen einen Ausbildungsplatz in der Altenpflege

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine schnellere Anerkennung der Abschlüsse von Pflegekräften und Ärzten aus dem Ausland ausgesprochen. „Manchmal sind Ärzte und Pflegekräfte über Monate, teils sogar über Jahre im Land und können nicht loslegen, weil das Verfahren zur Anerkennung sich so zieht“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“. „Selbstverständlich muss die ausländische Qualifikation gleichwertig mit der deutschen sein, das gehört gründlich geprüft.“ Die Überprüfungen wolle er zusammen mit den Bundesländern beschleunigen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte den Vorstoß als „Sprechblase ohne Substanz“: Die schnellere Anerkennung von Abschlüssen werde den Pflegenotstand nicht beheben, weil nur wenige ausländische Pflegekräfte ein Interesse am deutschen Arbeitsmarkt hätten.

Spahn: Gesetz für Pflegekräfte bald im Kabinett

Spahn kündigte an, das Gesetz für die 8.000 zusätzlichen Pflegekräfte bald in das Kabinett einzubringen. „Die größte Herausforderung wird es werden, diese Arbeitskräfte dann auch tatsächlich zu finden“, erklärte der CDU-Politiker. Schon heute seien 17.000 Stellen nicht besetzt. „Wir werden intensiv dafür werben, dass ausgebildete Pflegekräfte, die aus diesem Beruf ausgeschieden sind, zurückkommen“, sagte er.

Zudem sprach er sich für höhere Ausbildungskapazitäten und eine flächendeckende Tarifbezahlung aus. Ergänzend müssten dann noch Pflegekräfte aus den Nachbarländern eingeladen werden.

Patientenschutz warnt

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte davor, im Kampf gegen den Pflegenotstand zu viele Hoffnungen auf ausländische Fachkräfte zu setzen. „An Deutschlands Grenzen warten nicht massenhaft Pflegefachkräfte aus Nicht-EU-Staaten, die auf Einlass hoffen. Nicht einmal 1.000 Personen werden hier jedes Jahr gezählt“, erklärte Vorstand Eugen Brysch. So werde der Pflegenotstand nicht zu beheben sein. Schließlich arbeiten in Deutschland 1,2 Millionen Menschen in Pflegeberufen.

Tatsächlich mieden Fachkräfte den deutschen Arbeitsmarkt, führte Brysch aus. „Denn Skandinavien, die Schweiz, selbst Großbritannien bieten bessere Arbeitsbedingungen. Genau dorthin wandern auch deutsche Pflegefachkräfte ab.“ (epd/mig)

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