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Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

"Zivilgesellschaft muss aufstehen"

Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr unter dem Motto: „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“. Die Initiatoren rechnen bundesweit mit über 2.000 Veranstaltungen.

Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus
Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus werden am heutigen Montag zentral in Dresden eröffnet. Zu der bundesweiten Auftaktveranstaltung im Dresdner Rathaus werden unter anderen der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der Dresdener Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, erwartet, wie der Zentralrat am Mittwoch in Köln ankündigte.

Wie im Jahr 2017 werde bundesweit mit über 2.000 Veranstaltungen gerechnet, teilte die „Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus“ mit. Das Motto laute „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“. „Ein rassistisches Europa ist ohne Zukunft“, sagte Stiftungsvorstand Jürgen Miksch. Schon jetzt seien Länder wie Dänemark, Ungarn, Polen, Tschechien oder Österreich durch Rassismus geprägt. In Deutschland habe es im Jahr 2017 über 2.200 tätliche Angriffe auf Flüchtlinge gegeben. 1500 gemeldete Straftaten seien antisemitisch und über 1.000 antimuslimisch motiviert gewesen.

„Zivilgesellschaft muss aufstehen“

„Die Überwindung von Rassismus darf nicht nur Politikern überlassen werden“, forderte Miksch. „Die Zivilgesellschaft muss aufstehen.“ Schulen, Universitäten, Sportvereine, Kommunen und Religionsgemeinschaften seien zum Engagement herausgefordert. Auch der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek erklärte: „Wir sind heute mehr denn je alle gefordert, für unser multireligiöses, multiethnisches Deutschland der Vielfalt aktiv einzutreten. „Unsere Heimat Deutschland lebt von zivilgesellschaftlichem Engagement und dem energischen Eintreten für unseren demokratischen Rechtsstaat.“

Die UN-Wochen werden in Deutschland von der Stiftung koordiniert. Viele Moscheegemeinden laden nach Angaben der Stiftung am 16. März zwischen 12 und 13 Uhr zu Freitagsgebeten ein, die sich der Überwindung von Rassismus widmen.

Bundeswehr erstmals dabei

Auch die Bundeswehr beteiligt sich erstmals mit einer Veranstaltung an den Aktionswochen. Am 22. März wird in der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg ein Film mit anschließender Diskussion zum Rassismus gegenüber Schwarzen gezeigt. Referentin ist Fernsehmoderatorin Jana Pareigis, die diesjährige Botschafterin der UN-Wochen gegen Rassismus.

Die UN-Wochen gegen Rassismus gehen zurück auf eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die im Jahre 1979 ihre Mitgliedsstaaten aufforderte, alljährlich rund um den 21. März eine Woche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren. (epd/mig)

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