MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Studie warnt

Flüchtlingsforschung zu sehr auf Deutschland fokussiert

Mit der Flüchtlingsmigration hat auch die Zahl der Forschungsprojekte zum Thema Flucht zugenommen. Allerdings bemängeln Forscher eine inhaltliche Verengung auf die Lage in Deutschland. Sie fordern Forschung über die EU-Grenzen hinaus.

universität, hochschule, uni, studium, studieren, studenten
Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mit dem steigenden Zuzug von Flüchtlingen hat sich einer Studie zufolge auch die Zahl der Forschungsprojekte zum Thema Flucht ausgeweitet. Zwischen 2013 und 2016 hat sich die Zahl der Projekte verfünffacht, die sich wissenschaftlich mit Flucht, Flüchtlingspolitik und der Aufnahme Geflüchteter befassen, wie das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück am Montag mitteilte. Dabei sehen die Forscher allerdings eine inhaltliche Verengung auf die Lage in Deutschland.

Download: Der Forschungsbericht „Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland: Akteure, Themen und Strukturen“ von J. Olaf Kleist kann von der Homepage des Projekts „Flucht: Forschung und Transfer“ heruntergeladen werden.

Forschungsprojekte zu Aspekten der Gewaltmigration und zu Regionen außerhalb Europas seien dagegen seltener geworden. Vor allem die Situation von Flüchtlingen im globalen Süden werde zunehmend vernachlässigt, fanden die Forscher des IMIS und des Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstituts BICC heraus. Für die vom Bundesforschungsministerium geförderte Studie haben die Wissenschaftler Angaben zu mehr als 510 Forschungsprojekten ausgewertet.

2014 hätten weniger als 60 Prozent der Forschungsprojekte einen Deutschland-Bezug gehabt, hieß es. 2016 waren es schon 80 Prozent. „Die Flucht- und Flüchtlingsforschung hat mit Studien schnell auf den gesellschaftlichen Wissensbedarf reagiert. Die thematische und geografische Verengung wird dem globalen Ausmaß des Forschungsgegenstands jedoch nicht gerecht“, sagte der Forschungsdirektor des Bonner Institutes, Conrad Schetter. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...