MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Studie

Kinderarmut nimmt zu durch Flüchtlingsaufnahme

Kinderarmut in Deutschland ist gestiegen, wie aus aktuellen Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. Ursache sei die Einwanderung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Sie wirkten sich inzwischen auf die Statistik aus.

Kind, lächeln, flüchtling, flüchtlinge, junge
Ein Kind (Symbolfoto) © simaje auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Lebenssituation der nach Deutschland geflüchteten Kinder und Jugendlichen spiegelt sich inzwischen in der Armutsstatistik wieder. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte am Donnerstag in Düsseldorf Zahlen, wonach im vorigen Jahr 20,3 Prozent der unter 18-Jährigen an der Armutsgrenze lebten, 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das sind insgesamt rund 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche.

Unter in Deutschland geborenen Kindern ist die Armutsquote den Berechnungen zufolge hingegen leicht gesunken, wobei Kinder mit Migrationshintergrund doppelt so häufig in einkommensarmen Haushalten leben (28,2 Prozent) wie Kinder gebürtiger deutscher Eltern (13,3 Prozent). Die Aufnahme der Flüchtlinge schlägt sich bei der Berechnung der Armutsquoten erst mit Verspätung nieder, weil sie anfangs in Sammelunterkünften leben. In die Berechnungen werden aber nur Haushalte einbezogen.

Die Entwicklung hatte das WSI schon im Mai prognostiziert. Als arm gelten für Statistiker Haushalte, die weniger haben als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller vergleichbaren Haushalte – also etwa ein Single im Vergleich zu Single-Haushalten. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...