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Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Kriminalstatistik 2016

Hohe Gewaltkriminalität in Flüchtlingsunterkünften

Laut Kriminalstatistik ist die Zahl von Gewaltdelikten im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Allerdings lassen die Zahlen nur einen bedingten Vergleich mit den Vorjahren zu. Ein näherer Blick zeigt, dass sehr viele Straftaten in Flüchtlingsunterkünften verübt wurden.

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Blut (Symbolfoto) © limonada @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die jahrelang rückläufige Gewaltkriminalität in Deutschland ist deutlich gestiegen, um 6,7 Prozent auf 193.542 Fälle im vergangenen Jahr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2016 hervor, die der Welt am Sonntag vorab vorliegt und die am Montag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) offiziell präsentiert wird.

Ein Hauptgrund dafür sei, dass gefährliche und schwere Körperverletzungen erheblich zugenommen haben, um 9,9 Prozent auf 140.033 Fälle. Insbesondere Jugendlichen fallen häufiger bei Gewaltkriminalität auf, die Kriminalstatistik verzeichnet bei ihnen einen Anstieg um zwölf Prozent auf 22.646 Tatverdächtige. Bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung wurde ein Plus um 16,5 Prozent auf 18.156 jugendliche Verdächtige registriert.

Hohe Kriminalitätsrate in Flüchtlingsunterkünften

Laut Kriminalstatistik haben Einwanderer einen erheblichen Anteil daran. In dem Kapitel „Im Fokus“ beschäftigt sich die Kriminalstatistik ausführlich mit dem Thema „Kriminalität und Zuwanderung“. Demnach gab es im vergangenen Jahr 174.438 tatverdächtige Einwanderer. Das ist gegenüber 2015 ein Anstieg von 52,7 Prozent.

Um einen Vergleich mit der übrigen Bevölkerung zu ermöglichen, sind Straftaten wie unerlaubte Einreisen, die nur Einwanderer begehen können, nicht berücksichtigt worden. Laut der Statistik fallen Einwanderer in einigen Kriminalitätsfeldern besonders auf: So stellen sie beim Taschendiebstahl einen Anteil von 35,1 Prozent aller gut zwei Millionen Tatverdächtigen in Deutschland. Bei Wohnungseinbrüchen sind es 11,3 Prozent. Und bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung sowie Vergewaltigung und sexuellen Nötigung sind es jeweils 14,9 Prozent.

Junge Männer überdurchschnittlich auffällig

Ein näherer Blick auf die Zahlen zeigt allerdings eine Reihe von Erklärungen für die hohe Kriminalitätsrate unter den Einwanderern. Eine Ursache ist, dass insbesondere unter Flüchtlingen besondere viele junge Männer sind. Kriminologen weisen darauf hin, dass unabhängig von der Herkunft bei jungen Männern die Kriminalitätsraten weltweit am höchsten sind. Hinzu kommen verzerrende Faktoren wie Taten von Intensivtätern, die die Zahlen in die Höhe treiben.

Eine weitere Erklärung bieten Zahlen zum Tatort. Hierzu gibt es zwar noch keine verlässlichen Zahlen weil sie erst seit kurzem erfasst werden, dennoch wird schnell klar, dass beispielsweise Körperverletzungen hauptsächlich in Flüchtlingsheimen verübt wurden. In Baden-Württemberg und Bayern etwa wurden rund zwei Drittel aller verübten Straftaten von Flüchtlingen in Flüchtlingsunterkünften verübt.

Die meisten Opfer sind Einwanderer selbst

Auf der Opferseite zeigt sich ein ähnliches Bild. Meist richteten sich die Straftaten von Flüchtlinge wiederum gegen Flüchtlinge. In Baden-Württemberg beispielsweise waren 87 Prozent aller Opfer von Körperverletzungen, die von Einwanderern verübt wurden, selbst Einwanderer. Zudem weisen Experten bereits seit Jahren darauf hin, dass die Unterbringung von Flüchtlingen mit unterschiedlicher Herkunft und Religion in engen Massenunterkünften der ideale Nährboden für Gewalt ist. (epd/mig)

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