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Prekäre Menschenrechtslage

20.000 Flüchtlinge im Südsudan offenbar verschwunden

Die Lage im Bürgerkriegsland ist verheerend. Täglich nimmt die Gewalt zu und Tausende Menschen fliehen, um sich zu retten. Nun haben die UN offenbar die Spur von 20.000 Vertriebenen verloren.

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Ein Flüchtlingscamp in Chad für Flüchtlinge aus dem Sudan (Symbolfoto) © European Commission DG ECHO @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM20. Februar 2017

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RESSORTAktuell, Ausland

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Die UN haben die Spur von etwa 20.000 Vertriebenen im Südsudan verloren. Es sei nicht klar, was mit den Menschen geschehen sei, erklärte der Leiter der UN-Mission Unmiss, David Shearer, am Donnerstagabend in der südsudanesischen Stadt Malakal. Sie seien vor Kämpfen zwischen Armee und Rebellen geflohen und nicht dort angekommen, wo sie mutmaßlich Schutz suchen wollten. „Wir wollen wissen, was mit den Menschen passiert ist und ihnen die Hilfe bieten, die sie benötigen“, sagte Shearer. Ein UN-Menschenrechtsexperte forderte eindringlich, die Täter der grauenhaften Verbrechen, die im Südsudan begangen würden, zur Rechenschaft zu ziehen.

In dem ostafrikanischen Land herrscht seit 2013 ein Bürgerkrieg, der als Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und Ex-Vizepräsident und Rebellenführer Riek Machar begann. Dabei wurden bislang Zehntausende Menschen getötet, mehr als drei Millionen Südsudanesen sind auf der Flucht. Der Konflikt hat die derzeit größte Flüchtlingskrise in Afrika ausgelöst.

UN-Sekretär fordert Gründung eines Tribunals

Die 20.000 vermissten Geflohenen sind laut UN aus der nördlichen Stadt Wau Shilluk vertrieben worden und wollten vermutlich in einer 60 Kilometer entfernten Ortschaft Schutz suchen. Fehlende Informationen über das Schicksal der Menschen sei „ein echtes Problem“, sagte Unmiss-Chef Shearer. UN-Soldaten hätten in Wau Shilluk suchen wollen, seien aber von der Armee daran gehindert worden.

Der Beigeordnete Generalsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, äußerte sich am Freitag nach einem Südsudan-Besuch entsetzt über die Lage in dem Land. „Dieser Krieg wird gegen die Männer, Frauen und Kinder des Südsudans geführt.“ Gilmour forderte die schnelle Gründung eines Tribunals, um schwere Verbrechen verfolgen zu können. Die einzige Möglichkeit, die Gräueltaten zu stoppen, sei zu zeigen, dass die Täter belangt würden.

Zahl der Flüchtlinge nimmt zu

Unterdessen nimmt die Zahl der Flüchtlinge weiter zu. Mehr als 700.000 Südsudanesen hätten im Nachbarland Uganda Zuflucht gesucht, teilte das Deutsche Rote Kreuz am Freitag mit. In den inzwischen völlig überfüllten Lagern sei die Versorgungslage angespannt, vor allem das Wasser reiche nicht aus für die vielen Menschen.

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) rief am Freitag zur Unterstützung von 100.000 Menschen auf, die seit September in der Stadt Yei im Südwesten des Landes eingeschlossen sind. Dort kontrolliert die Armee offenbar die Stadt und die Zugangswege, während Rebellen die Stadt umzingelt halten. (epd/mig)

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