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Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Flüchtlinge

Arbeitsagentur sieht keinen Wettbewerb um Arbeitsplätze

Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es in Deutschland keinen Wettbewerb um Arbeitsplätze zwischen Deutschen und Flüchtenden. Neue Jobs würden vielmehr von mehr berufstätigen Frauen und EU-Bürgern besetzt.

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Agentur für Arbeit © Patrick Jedamzik @ flickr.com (CC 2.0)

Deutsche Jobsuchende müssen nach Darstellung der Bundesagentur für Arbeit keine Angst davor haben, dass Flüchtlinge ihnen Arbeitsplätze wegnehmen. Es gebe derzeit keinen Wettbewerb um die zur Verfügung stehenden Stellen, sagte Detlef Scheele, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, am Mittwoch in Schwerin. Viele Flüchtlinge seien zu wenig qualifiziert oder befänden sich noch in Sprachkursen. Die Bundesagentur rechne damit, dass nur etwa zehn Prozent der Flüchtlinge im ersten Jahr ihrer Ankunft eine Arbeit finden werden und die Hälfte der Flüchtlinge erst nach fünf Jahren.

Die Arbeitsplätze, die jährlich in Deutschland hinzukämen, würden in erster Linie durch mehr berufstätige Frauen, EU-Bürger und längeres Arbeiten gedeckt, sagte Scheele. Die Bundesagentur gehe davon aus, dass Ende des Jahres 350.000 anerkannte Flüchtlinge Hartz IV beziehen und auf Arbeitssuche sein werden. 2017 würden voraussichtlich weitere 190.000 Flüchtlinge hinzukommen.

Während junge Flüchtlinge unter 25 Jahren relativ gute Chancen für eine Berufsausbildung hätten, sollten Unternehmen ältere Flüchtlinge zunächst als Helfer beschäftigen und berufsbegleitend fortbilden, riet Scheele. Dafür gebe es Maßnahmen, die die Bundesagentur bezahlt. Dies gelte auch für Langzeitarbeitslose. „Es gibt keine Sonderprogramme für Flüchtlinge.“ (epd/mig)

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