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Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

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thoughts from a militant mind

Damit unsere Kinder rechtzeitig abstumpfen und nicht irgendwann fragen: „Papa, Mama, warum habt Ihr damals so viele Tiere gegessen? Ich wäre doch auch so gern alt geworden.“ Von Sven Bensmann

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MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben.

DATUM2. August 2016

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Ein wütender junger Mann rief einmal folgende Worte in ein Mikrofon: „Mein Psychiater ist ein guter Mann // er sagt: Aut ein Ich mehr oder weniger kommt’s heute nicht mehr an“. Hoppla falscher Text. „You’ll never silence the voice of the voiceless“, das hat er gerufen. Und auch wenn er das damals vielleicht nicht genau so gemeint hat: Es gibt in dieser Welt, in der das Recht auf freie Wahlen in eine moralische Pflicht, seine Stimme in eine Urne zu werfen [sic!] umgedeutet wurde, einen steten Zwang, seine Meinung immer und überall zu twittern, zu liken oder sonstwie zu äußern, und es gibt Menschen, die keine Stimme haben. Weil sie sie an der Wahlurne abgegeben haben, oder weil ihnen schlicht die Worte fehlen. Irgendwann werden auch diese wortlosen Menschen ihre Stimme erheben, mit der vielleicht einzigen Sprache die sie beherrschen: Gewalt.

Gerade im Anschluss an sogenannte Amokläufe, die selbstverständlich und ausschließlich allein durch Musik – nein, falsche Zeit – allein durch Actionfilme – immer noch das falsche Jahrtausend – ganz allein durch Computerspiele verursacht werden, treten immer wieder Trittbrettfahrer auf den Plan. – Ist schon mal jemanden aufgefallen, dass sich die Medien ständig ändern und die einzige Konstante die Gewalt bleibt? Nein? Ok, dann will ich nichts gesagt haben. Erinnert zumindest sich noch jemand daran, dass „Die Leiden des jungen Werther“, heute Pflichtlektüre junger, beeinflussbarer Menschen, nach ihrer Veröffentlichung dazu geführt haben, dass Suizid praktisch zu einer Modeerscheinung wurde? Klingelt auch nichts? Zu dumm.

Aber vielleicht könnten wir ja mal wieder Frankreich überfallen, damit die Jungs sich nicht gegenseitig…was, das ist jetzt zynisch? Dass unsere Vorväter in ihrer Jugend ihren Hang zur Gewalt noch zielgerichtet am Erbfeind auslassen konnten, gelegentlich Juden massakrierten oder Frauen vergewaltigten, und dass sich diese unterdrückte Präposition zur Gewalt in regelmäßigen Abständen nun bahn bricht, ist das nicht etwa die eine große Konstante desjenigen menschlichen Wesens, dass schon als Affe die größere Neigung zur Gewalt hatte? Der nächste Verwandte des Menschen ist bekanntlich der Schimpanse, nicht der Bonobo. Schonmal Planet der Affen gesehen? Da haben die Schimpansen das Sagen – wären es jene Bonobos, dann wäre der Film ein 200-Millionen-Dollar-schwerer, gewaltfreier und feministischer Porno. In 3D.

Also ich würds mir anschaun. Because.

Natürlich sind Amokläufe stets ein Drama, doch den großen Gewalttätern der Vergangenheit haben wir zierende Bronzedenkmäler gewidmet. Einzelne Gewalttäter, die medienwirksam als Tragödie inszeniert werden, sind da ein gewaltiger zivilisatorischer Fortschritt. Zumal sich diese Männer in aller Regel zum Wohle aller lange vor der Reproduktion aus dem Genpool entfernen. Dafür sollte man einen Darwin-Award vergeben.

Für all die trittbrettfahrenden Dramaqueens da draußen kann daher nur gelten, was an jedem Pokertisch gilt: Hosen runter, ich will sehen. Und wenn ihr tatsächlich den Abzug drücken solltet, wenn euer Drama wirklich echt ist, dann macht’s doch bitte weit weg von hier. Und wir machen eine Gameshow draus, einen Bloodsport wie in „Battle Royale“ oder dessen Rip-off „Die Tribute von Panem“, die im Pay-TV in der Live-Konferenz und abends in der ARD in der Zusammenfassung gezeigt wird, um von den wahren Problemen dieser Welt abzulenken, wie vergiftetem Grundwasser, leergefischten Ozeanen und verdorrten Äckern, von verschwundenen Regenwäldern – den „grünen Lungen“ – von Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit. Damit unsere Kinder rechtzeitig abstumpfen und nicht irgendwann fragen: „Papa, Mama, warum habt Ihr damals so viele Tiere gegessen? Ich wäre doch auch so gern alt geworden.“

Und mit diesen Worten gebe ich ab zu Gundula Gause mit den Ergebnissen der Fußball Bundesliga.

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