MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Entwicklungsorganisation

Die reichsten Staaten nehmen die wenigsten Flüchtlinge auf

USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien machen die Hälfte der globalen Wirtschaftskraft aus, nehmen aber nur neun Prozent aller Flüchtlinge auf. Die Entwicklungsorganisation Oxfam spricht von einem verantwortungslosen Versteckspiel.

Flüchtlinge, Idomeni, Polizei, Flüchtlingslager, Grenze
Polizisten im Flüchtlingslager in Idomeni (Griechenland) bewachen einen Grenzzaun © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0), Tim Lüddemann

Die sechs reichsten Staaten der Erde nehmen nach Angaben von Oxfam weniger als neun Prozent aller Flüchtlinge in der Welt auf. Die sechs großen Wirtschaftsmächte USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien machten die Hälfte der globalen Wirtschaftskraft aus, erklärte die Entwicklungsorganisation in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Doch die sechs Staaten hätten insgesamt nur 2,1 Millionen Schutzsuchende aufgenommen, weniger als neun Prozent der weltweit offiziell registrierten Flüchtlinge und Asylbewerber.

Der Großteil der rund 24 Millionen von den Vereinten Nationen erfassten Flüchtlinge finde in wirtschaftlich sehr viel schwächeren Ländern Zuflucht. So machten Jordanien, die Türkei, Pakistan, der Libanon, Südafrika und die Palästinensergebiete zusammen weniger als zwei Prozent der globalen Wirtschaftskraft aus, gewährten aber über 50 Prozent der Flüchtlinge in der Welt Aufnahme.

„Die wirtschaftlich Großen machen sich mehrheitlich ganz klein, wenn es um den Flüchtlingsschutz geht“, erklärte Robert Lindner von Oxfam in Berlin. „Dieses verantwortungslose Versteckspiel muss ein Ende haben.“ Deutschland steche zwar positiv hervor, könnte aber trotzdem erheblich mehr schutzbedürftige Menschen aufnehmen und andere Aufnahmeländer finanziell stärker unterstützen. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...