MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Ich bin auch eure Kanzlerin.

Angela Merkel, an die Türken nach der Rede des türkischen Premiers Erdogan in Köln, März 2008

Armenien-Resolution

Türkischer TV-Sender nimmt deutsche Kindersendung aus dem Programm

Die Aufregung um die Armenien-Resolution im Bundestag ebbt nicht ab. Nun hat der türkische TV-Sender „Kanal D“ eine Zusammenarbeit mit dem ZDF beendet. Die Nachrichtensendung für Kinder „logo!“ sei wegen Zuschauerbeschwerden aus dem Programm genommen worden.

Logo, Nachrichten, Kinder, ZDF, Kika
Logo! - Nachrichten für Kinder © ZDF

Der türkische Fernsehsender Kanal D beendet wegen der Armenien-Resolution des Bundestags seine Zusammenarbeit mit dem ZDF. Kanal D habe mitgeteilt, dass nach der Abstimmung im Bundestag seien zahlreiche Zuschauerbeschwerden eingegangen seien, erklärte das ZDF am Mittwoch in Mainz. Darum werde die Ausstrahlung der täglichen ZDF-Kindernachrichten „logo!“ eingestellt.

Das ZDF bemühte sich nach eigenen Angaben zehn Jahre lang, über Kanal D vor allem Kinder türkischstämmiger Familien in Deutschland zu erreichen, weil in diesen Haushalten immer noch bevorzugt türkische TV-Sender eingeschaltet würden. „Wir bedauern die Entscheidung unserer türkischen Partner sehr, eine solche integrationsfördernde Ausstrahlung von ‚logo!‘ zu beenden“, erklärte Frank-Dieter Freiling, Leiter Internationale Angelegenheiten des ZDF.

Kanal D ist Teil der türkischen Medienholding Doğan, des größten Medienkonzerns in der Türkei. Dem Holding gehören unter anderem auch die in Deutschland erscheinende türkische Tageszeitung „Hürriyet“. Beteiligt an Doğan ist der Axel Springer Verlag.

Der Bundestag hatte Anfang Juni die Vernichtung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren als Völkermord eingestuft. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

8 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Songül sagt:

    Fremdschämen pur …!

    Aber die Türkei werde nur daran gehindert, EU-Mitgliedsstaat zu werden, weil ihre Bevölkerung mehrheitlich muslimisch sei …

    Wo soll das noch hinführen …?!

  2. Muji sagt:

    Muss man die Türkei eigentlich noch ernst nehmen? Die Türkei wird doch nur noch aus geostrategischen Gründen nicht sanktioniert. Ich glaube nicht dass man sich dieses kindische Benehmen noch lange gefallen lässt, Luftwaffenstützpunkt hin oder her…

  3. Peter Thöne sagt:

    Ob Kinder jetzt die geeignete Bevölkerungsschicht ist um den Protest gegen die Armenien Resolution auszudrücken????? Das ist die falsche soziale Gruppe!!!

  4. Offrad von Scheinen sagt:

    Nun, die Türkei hat ihre Sympathie verspielt. Eine Mitgliedschaft in der EU in weite, ja unendliche weite Ferne gerückt. Noch spielen wir das Spiel mit. Wohin das noch führt? Türkei, quo vadis?

  5. Sinan sagt:

    Die deutsche Berichterstattung wird immer peinlicher. Da beschäftigt sich der Bundestag mit einem Völkermord, den andere begangen haben und verhält sich in Bezug auf den eigenen Völkermord an den Herero nicht annähernd so „mutig“ – und die deutschen Medien sind nicht fähig, dazu kritisch Stellung zu beziehen.

    Die Türkei soll nicht in die EU – finde ich auch. Aber die Ukraine? Sind die Europäer völlig größenwahnsinnig geworden? Wie gut, dass die Russen auf ihre Art den Europäern ihre Grenzen gezeigt haben.

  6. GEZ Verweigerer sagt:

    Den Einheitsbrei der deutschen Qualitätsmedien nimmt doch sowieso niemand mehr ernst.

  7. Muji sagt:

    @Sinan

    Bitte lesen Sie die Armenien-Resolution vom BT, dann erübrigt sich ihr Kommentar. Was die Herero angeht gibt es keine Probleme diesen anzuerkennen, es gibt momentan nur zuviele unbeteiligte Parteien die auch von diesem Genozid profitieren wollen…deshalb die Verzögerung.

  8. Hasanyan Basan sagt:

    @Muji

    Welche unbeteiligten Parteien sollen denn an dem Genozid profitieren wollen?

    Ist es denn nicht so, dass Deutschland seit über 100 Jahren wartet mit der Anerkennung, dass es am Ende gar keinen mehr gibt, dem sie Reparationszahlungen bezahlen müssen, da sowieso alles am Ende tot sind?



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...