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Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Berlin

650.000 beim Umzug des „Karnevals der Kulturen“ in Berlin

Der 21. Karneval der Kulturen hat am Pfingstwochenende hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt. In diesem Jahr standen die Zäune an den Außengrenzen Europas im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.

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Karneval der Kulturen © abbilder @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Hunderttausende Menschen haben am Pfingstwochenende in Berlin den 21. „Karneval der Kulturen“ gefeiert. Den mehrstündigen Umzug von über 70 Gruppen mit etwa 5.000 Tänzern, Musikern und Akrobaten durch den Stadtteil Kreuzberg verfolgten am Pfingstsonntag bei wechselhaftem Wetter nach Angaben der Veranstalter rund 650.000 Menschen. Der Umzug ist das Herzstück des internationalen Multikulti-Festes, das jährlich zu Pfingsten Berlins Vielfalt und Weltoffenheit präsentieren soll.

Umrahmt wurde er seit Freitag von einem viertägigen Straßenfest rund um den Blücherplatz in Kreuzberg. Auf vier Musik-Bühnen traten zwischen Freitag und Montag mehr als 100 Bands und DJs auf.

Karneval startete wegen Rostock-Lichtenhagen

Als der Karneval der Kulturen 1996 zum ersten Mal durch Kreuzbergs Straßen zog, verstand er sich als Antwort auf fremdenfeindliche Ausschreitungen, die mit den rassistischen Angriffen in Rostock-Lichtenhagen eine erste bestürzende Zäsur setzten.

„21 Jahre später errichtet Europa neue Grenzzäune, während die Stimmung im Land von engagierter Willkommenskultur bis zu offener Gewalt gegen Menschen mit anderer Kultur sehr verschiedene Gesichter zeigt“, heißt es in einer Erklärung der Veranstalter. Der Karneval der Kulturen sei und bleibe damit auch 2016 eine kostbare Institution. Er sei das Sinnbild der Weltoffenheit und Toleranz Berlins. (epd/mig)

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