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Migration und Integration in Deutschland

Die Qualität einer freiheitlichen Gesellschaft bewährt sich nicht zuletzt darin, wie mit Minderheiten umgegangen wird und wie sich Minderheiten in einer Gesellschaft fühlen.

Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

Akademiker

Tausende Flüchtlinge wollen Berufsabschlüsse anerkennen lassen

Ärzte, Ingenieure, Informatiker – unter den Flüchtlingen in Deutschland sind tausende Akademiker. Fast 3.000 Asylbewerber stellen allein im zweiten Halbjahr 2015 einen Antrag. Die Beratungsstellen des Förderprogramms „Integration durch Qualifzierung“ arbeiten auf Hochtouren.

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Der Arzt als Taxifahrer © Ben Fredericson (xjrlokix) auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Unter den Flüchtlingen in Deutschland sind Tausende Akademiker, die hierzulande als Arzt, Ingenieur oder Informatiker arbeiten wollen. Allein im zweiten Halbjahr 2015 wollten mehr als 2.900 Asylbewerber ihren Berufsabschluss aus der Heimat in Deutschland anerkennen lassen, wie Die Welt berichtet. Das gehe aus Zahlen des Förderprogramms „Integration durch Qualifzierung“ (IQ) hervor, das unter anderem vom Bundesarbeitsministerium gefördert wird. Der Großteil dieser Hochqualifizierten sind demnach Syrer (60 Prozent).

„Unsere Beratungsstellen haben gut zu tun“, sagte Ottmar Döring, der wissenschaftliche Leiter der Fachstelle Beratung und Qualifizierung im Programm „IQ“. Seit 2012 wurden mehr als 60.000 Personen bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse beraten. Die Nachfrage nach Informationen seitens der Syrer ist den Informationen zufolge sprunghaft gestiegen: Vor dem Bürgerkrieg meldeten sich den Angaben zufolge zehn oder 25 Interessierte im Quartal; mittlerweile liegt die Zahl bei 1.700 im Quartal.

Auch die IHK Fosa (Foreign Skills Approval), die für Berufsanerkennungen im Bereich der Industrie und Handel zuständig ist, meldet der „Welt“ zufolge eine steigende Zahl von ratsuchenden Flüchtlingen. Bei der IHK Fosa handelt es sich um einen Zusammenschluss von 76 Industrie- und Handelskammern mit Sitz in Nürnberg.

Anträge aus den Herkunftsländern von Flüchtlingen – insbesondere Syrien, Irak, Afghanistan und Iran – hätten die IHK Fosa zwar schon seit ihrer Gründung im April 2012 erreicht. Derzeit sei aber ein Anstieg an Antragstellungen aus diesen Ländern festzustellen, sagte Geschäftsführerin Heike Klembt-Kriegel. Bei den Kammern melden sich demnach vor allem Antragsteller mit Berufen aus dem kaufmännischen Bereich, gefolgt von Berufen aus dem Bereich Elektronik und Informatik sowie Metallberufen. (epd/mig)

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