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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Studie

Gemeinschaftsunterkünfte erschweren Akzeptanz von Flüchtlingen

Ein Erfolgsfaktor für die Integration von Flüchtlingen ist eine langfristig dezentrale Unterbringung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Wissenschaftler raten außerdem zur frühzeitigen Beteiligung der Bevölkerung sowie Einbindung der Flüchtlinge.

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Eine Flüchttlingsunterkunft in Oldenburg © Lammers

Flüchtlinge in Deutschland leben oft für lange Zeit in Gemeinschaftsunterkünften. Das ist nicht nur belastend für die Bewohner, sondern sorgt auch für geringere Unterstützung und Akzeptanz der Flüchtlinge in der lokalen Bevölkerung. Positiv auf die Integration wirken eine langfristig dezentrale Unterbringung, frühzeitige Information und Beteiligung der Bevölkerung sowie die Einbindung der Flüchtlinge in das Leben vor Ort. Das ist das Ergebnis einer von der Robert Bosch Stiftung herausgegebenen Studie zur Unterbringung von Flüchtlingen in Bundesländern und Kommunen. Durchgeführt wurde sie vom Zentrum Technik und Gesellschaft an der TU Berlin in Kooperation mit dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung und dem Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration.

Auch wenn der Großteil der Flüchtlinge derzeit notgedrungen in großen Gemeinschaftsunterkünften lebt, empfehlen die Wissenschaftler langfristig dezentrale und kleine Wohneinheiten. Eine transparente Planung von Flüchtlingsunterkünften unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung trägt dazu bei, Vorurteilen entgegenzuwirken und Vertrauen in die Arbeit der Behörden zu schaffen.

Download: Die Studie der Robert Bosch Stiftung „Die Aufnahme von Flüchtlingen in den Bundesländern und Kommunen. Behördliche Praxis und zivilgesellschaftliches Engagement.“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Eine wichtige Aufgabe der Verwaltung sehen die Autoren der Studie zudem darin, die in der Flüchtlingsarbeit engagierten Bürger zu vernetzen und professionell zu begleiten. Diese dürften nicht auf die Funktion der Unterstützer reduziert werden, die bei Versorgungslücken einspringen. Außerdem regen die Autoren an, Flüchtlinge rasch in das Gemeinschaftsleben vor Ort einzubeziehen, beispielsweise durch Patenschaften, Freizeitangebote oder ehrenamtliche Aufgaben. Die Kommunen müssten die Aufnahme von Flüchtlingen als ressortübergreifende Aufgabe verstehen und beispielsweise bei der Förderung von sozialem Wohnraum, von Bildung und Arbeitsmarkt und der Gestaltung zivilgesellschaftlichen Engagements mitdenken.

Für ihre Expertise haben die Wissenschaftler Anfang 2015 Interviews mit Vertretern der Kommunalverwaltung und -politik, Integrationsfachleuten und ehrenamtlichen Akteuren geführt sowie Best-Practice-Beispiele in ganz Deutschland untersucht. Ihr Fazit macht Mut: Viele Bundesländer und Kommunen leisten bereits mehr als die bloße Unterbringung von Flüchtlingen. Sie richten sich mit vielfältigen Integrationsangeboten an Flüchtlinge, auch wenn über deren langfristigen Aufenthalt noch nicht entschieden ist. (hs)

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