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Fachverband fordert

Fachkräfte statt pensionierte Lehrer für Flüchtlinge

Flüchtlinge sollen möglichst schnell die deutsche Sprache lernen. Dafür braucht es Lehrer. Der Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache fordert die Einstellung von kompetentem Personal. Nicht jeder, der deutsch spreche, könne auch deutsch unterrichten.

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Sprache © MiG

Um Flüchtlingskindern die deutsche Sprache beizubringen, fordert der Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache den Einsatz von speziell ausgebildeten und erfahrenen Lehrern in Vorbereitungs- oder Willkommensklassen. Für diese Aufgabe gebe es nicht zu wenig Fachkräfte, sondern die Politik stelle die falsche Anforderungen, sagte Verbandsvorsitzende Matthias Jung am Donnerstag im WDR-Radio.

„Die Schulverwaltungen wollen immer Leute mit dem Zweiten Staatsexamen einstellen, das heißt klassische Lehrer mit zwei Fächern“, beklagte der Experte. Fachkräfte mit Deutsch als Zweit- und Fremdsprache zählten aber nicht dazu. „Deshalb holt man dann lieber irgendeinen pensionierten Lehrer aus irgendeinem Fach zurück.“ Diesen fehle jedoch oft das Bewusstsein für Deutsch als Fremdsprache, gab Jung zu bedenken.

Englisch- oder Französischlehrer seien besser geeignet, weil sie eine Vorstellung vom Vermitteln einer Fremdsprache hätten. „Das Entscheidende ist, ein Gefühl dafür zu haben, was es bedeutet, deutsch als eine fremde Sprache zu lernen“, betonte Jung. Er bezeichnete es als Katastrophe, wenn die Vorstellung entstehe, „jeder, der deutsch spricht, kann deutsch unterrichten“. (epd/mig)

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