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Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

Berlin

Vermieter überteuerter Flüchtlingswohnung verliert eigene Wohnung

Ein Berliner Vermieter von überteuerten Flüchtlingswohnungen wurde nach Bekanntwerden seiner Praxis selbst fristlos gekündigt. Für eine Appartmentwohnung habe er 10.000 Euro monatlich Miete kassiert. Das Senat für Soziales spricht von „Geschäftemacherei.

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Satellittenschüssel © Mátééé auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Vermieter einer überteuerten Flüchtlingswohnung in Berlin ist jetzt selbst die Wohnung los. Wegen vertragswidriger Untervermietung sei der Firma BerlinLux vom landeseigenen Immobiliendienstleister Berlinovo der Vertrag fristlos gekündigt worden, berichtet die in Berlin erscheinende tageszeitung. Insgesamt habe Berlinovo zwölf Mietverträge wegen illegaler Untervermietung gekündigt. Die betroffenen Flüchtlingsfamilien dürften aber vorläufig in den Wohnungen bleiben.

Zu Wochenbeginn war bekanntgeworden, dass das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales für die Unterbringung einer siebenköpfigen Flüchtlingsfamilie in einer Appartementwohnung 10.000 Euro monatlich bezahle, die eigentlich nur knapp 1.000 Euro Warmmiete kostet. Die Berliner Sozialverwaltung räumte daraufhin ein, dass wegen des dringend benötigten Wohnbedarfs für neu ankommende Flüchtlinge in der Bundeshauptstadt zum Teil überzogene Mieten in Hostels, Pensionen und Appartements gezahlt werden.

Die Sprecherin von Sozialsenator Mario Czaja (CDU), Regina Kneiding, sprach von einer „Geschäftemacherei“ privater Vermieter, die aus der Not der Flüchtlinge Kapital schlagen würden. Das Landesamt übernimmt dem Bericht zufolge bis zu 50 Euro pro Nacht und Person. Derzeit sind in Berlin rund 1.400 Asylsuchende in Hostels und Pensionen untergebracht. (epd/mig)

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