MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.

Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, MiGAZIN, 28. Januar 2010

Bilanz zum Weltflüchtlingstag

Flüchtlingszahlen höher als nach dem Zweiten Weltkrieg

Selbst nach dem zweiten Weltkrieg war die Zahl der Flüchtlinge weltweit nicht so hoch. Rund 59,5 Millionen Menschen waren Ende 2014 auf der Flucht. Das ist die bittere Bilanz der Vereinten Nationen zum Weltflüchtlingstag.

flüchtlinge, flüchtlingscamp, flüchtlingslager, flüchtlinge, jordanien, krieg
Über 100.000 Flüchtlinge leben in diesem Flüchtlingscamp in Zaatari/Jordanien © Sharnoff's Global Views @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist wegen kriegerischer Konflikte auf einen neuen Höchststand gestiegen. Rund 59,5 Millionen Menschen waren Ende 2014 auf der Flucht, wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Donnerstag in Genf mitteilte. Das waren 8,3 Millionen mehr als im Jahr davor. Nie zuvor war eine höhere Zahl an Flüchtlingen erfasst worden, nicht einmal nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Bericht zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni trägt den Titel „Welt im Krieg“.

Danach war der Anstieg der weltweiten Flüchtlingszahl 2014 stärker als je zuvor. Ende 2013 waren noch 51,2 Millionen Flüchtlinge registriert gewesen. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, nannte als Grund für die starke Zunahme die Konflikte und Kriege wie in Syrien, im Südsudan und in der Ukraine. Nach seiner Prognose könnte sich die globale Flüchtlingskrise sogar noch verschlimmern.

Im Jahr 2014 sind dem Bericht zufolge jeden Tag im Durchschnitt 42.500 Menschen vor Gewalt und Unterdrückung geflohen. Innerhalb von vier Jahren hat sich diese Zahl somit vervierfacht. Der frühere portugiesische Premierminister Guterres beklagte, dass viele Politiker und Warlords, die für die Kriege verantwortlich seien, straffrei ausgingen. Zudem sei die internationale Gemeinschaft völlig unfähig, die Konflikte zu beenden.

Guterres forderte von der Staatengemeinschaft mehr Hilfen für Flüchtlinge. Das UNHCR und andere humanitäre Organisationen kämpften mit Geldnot, weil es an finanzieller Unterstützung fehle, kritisierte er.

Viele Kinder auf der Flucht
Von den rund 60 Millionen Flüchtlingen waren Ende 2014 etwa ein Drittel aus ihren Ländern geflohen. Von den 19,5 Millionen Menschen war die Hälfte Kinder. Mehr als 38 Millionen Menschen suchten als Flüchtlinge im eigenen Land irgendwo Schutz. Die Zahl der Asylbewerber beziffert das UNHCR mit 1,8 Millionen.

Die meisten Flüchtlinge kamen Ende 2014 aus Syrien, es waren rund 3,9 Millionen Menschen. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen fand in Nachbarländern Zuflucht. Dahinter folgen Afghanistan mit 2,6 Millionen geflohenen Menschen und Somalia mit 1,1 Millionen. Syrien war Ende 2014 auch dasjenige Land mit den meisten Binnenflüchtlingen im Land: Es waren 7,6 Millionen.

Die Türkei beherbergte Ende 2014 fast 1,6 Millionen Flüchtlinge und war damit das Land mit der größten Flüchtlingsbevölkerung. Dahinter folgten Pakistan mit 1,5 Millionen Geflohenen und der Libanon, wo fast 1,2 Millionen Flüchtlinge eine Bleibe fanden. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...