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Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Thüringen

Zweiter NSU-Untersuchungsausschuss nimmt Arbeit auf

In Thüringen wird ein zweiter Untersuchungsausschuss die erfolglose Fahndung nach dem NSU fortsetzen. Das Gremium wird sich heute konstitutieren. Der erste Ausschuss hatte den Behörden ein Versagen auf ganzer Linie bescheinigt.

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NSU-Abschlussbericht: Thüringer Behörden versagten auf ganzer Linie © MiG

In Erfurt konstituiert sich am Mittwoch ein zweiter Untersuchungsausschuss zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Das parlamentarische Gremium setze die Untersuchungen zur Verantwortung der Thüringer Sicherheits- und Justizbehörden für die erfolglose Fahndung nach den untergetauchten NSU-Mitgliedern fort, teilte der Landtag am Dienstag mit. Der Ausschuss werde erneut von der SPD-Abgeordneten Dorothea Marx geleitet.

Der erste Erfurter NSU-Ausschuss in der vergangenen Wahlperiode hatte im August 2014 den Behörden ein Versagen auf ganzer Linie bescheinigt. Selbst gezielte Sabotage wurde den Behörden vorgeworfen.

Für den Abschlussbericht mit knapp 1.900 Seiten wurden über 11.600 Akten sowie die Angaben von 123 Zeugen und Sachverständigen ausgewertet. Das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe lebte seit 1998 bis zur Enttarnung nach einem Banküberfall am 4. November 2011 in Eisenach unbehelligt im Untergrund.

Den Neonazis aus Thüringen wird die Ermordung von neun in Deutschland lebenden Ausländern und einer Polizistin zur Last gelegt. Zschäpe steht als einzige Überlebende des NSU-Trios seit nunmehr fast zwei Jahren in München vor Gericht. (epd/mig)

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