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Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Sachsen-Wahl

Die Schüsse nach hinten und ins eigene Bein

Mit insgesamt knapp 15 Prozent erzielen rechte Parteiein in Sachsen ihr bisher bestes Ergebnis. Am hohen Ausländeranteil liegt das nicht, auch nicht an den wenigen Ausländern selbst. Woher die Ängste in der Bevölkerung wohl herkommen?

VONBirol Kocaman

Der Verfasser ist Jurist mit Schwerpunkt Ausländer- und Staatsangehörigkeitsgesetz.

DATUM2. September 2014

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RESSORTAktuell, Meinung

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„Wir müssen die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen.“ So oder so ähnlich legen sich Politiker gerne den Ball vor, wenn sie rechtspopulistisch schießen wollen. Meist argumentieren sie dann gegen Einwanderung oder warnen vor sogenannten „Überfremdungsängsten“. Dass dieser vermeintliche Automatismus ein Trugschluss ist, hat auch die Sachsen-Wahl eindrucksvoll bewiesen.

Sachsen gehört mit 2,2 Prozent bundesweit zu den Bundesländern mit dem wenigsten Ausländeranteil. Wenn es also einen Ort in Deutschland gibt, wo man keine Angst vor „Überfremdung“ zu haben braucht, dann in Sachsen. Dennoch verpasste die rechtsextreme NPD den Einzug in den Landtag nur knapp (4,95 Prozent) und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) schaffte auf Anhieb sogar fast 10 Prozent.

Statistik: Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nach Bundesländern im Jahr 2012 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hinzu kommt, dass nach Angaben der Sächsischen Landesärztekammer der Anteil der ausländischen Ärzte im Land über 10 Prozent beträgt und dass etwa 16 Prozent der Gewerbeanmeldungen bei der Neuerrichtung von Einzelunternehmen durch Ausländer erfolgen. Die Ausländer in Sachsen sind also nicht nur gebildet, sondern schaffen auch Arbeitsplätze. Die sächsische Bevölkerung hätte also allen Grund, ausländerfreundlich zu sein.

Der Hauptgrund, wieso rechte Parteien in Sachsen gut abschneiden, ist einfach: Die von Politikern herbeibeschworene und von Medien transportierte Angst, kann aufgrund mangelndem Kontakt im Alltag nicht abgebaut werden. Das beste Gegenmittel dafür sind, Ausländer, noch mehr Ausländer; je mehr, desto sicherer!

Also, liebe Politikerinnen und Politiker: Bevor Sie das nächste mal den Ball vorlegen und von Ängsten in der Bevölkerung warnen, einfach mal überlegen, wohin der Schuss geht – bisher jedenfalls immer nach hinten oder ins eigene Bein.

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2 Kommentare
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  1. OJ sagt:

    Ist es nicht ein wenig einfach, die Wahl rechter Parteien nur auf die Ausländer zu beschränken? Wenn ganze Landstriche und kleine Dörfer veröden, sind Protestwähler keine Sache, über die man sich wundern sollte. Ich glaube kaum, dass die Leute AFD wählen, nur weil sie gegen Ausländer sind. Das ist ein bisschen zu einfach…

  2. surviver sagt:

    Die Leute haben kein Vertrauen mehr in diese CDU/SPD-Regierung und sind unzufrieden.
    Die Eurozone steht kurz vor dem Kollaps, der Wohlstand und der Reichtum der BRD wird nicht auf die Bürger verteilt. Dem Bürger droht Zwangsentendeignung und Verarmung.
    Hinzu kommt Kriegstreiberei durch Medien und Politiker, Waffenlieferungen im Kriegsgebiete. Wer möchte sein Kind in den Krieg schicken? Wer bedroht Deutschland? etc. etc.
    Kein Wunder.
    Würde mich nicht wundern, wenn 2017 AfD die Wahlen haushoch gewinnt.



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