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Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Völkermord an Herero und Nama

Übergabe von Schädeln und Gebeinen in Pappkartons und ohne Entschuldigung

An den Herero und Nama in Namibia verübten Deutsche den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Eine Entschuldigung fehlt bis heute, ebenso die Anerkennung des Genozids als Völkermord. Begründung: Damals gab es die UN-Völkermordkonvention nicht. Heute werden zumindest Schädel und Gebeine der Ermordeten, die zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht wurden, peu à peu zurückgegeben – ohne die Nachfahren der Opfer. Ein Plädoyer von Prof. Dr. Claus Melter.

VONClaus Melter

Prof. Dr. Claus Melter promovierte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zu "Rassismuserfahrungen in der Jugendhilfe", war dann an der Universität Innsbruck tätig und ist seit Oktober 2011 Professor für Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft an der Hochschule Esslingen. Weitere Arbeitsbereiche sind die Theorie und Praxis von Rassismuskritik, genderreflexive, rassismus-, kapitalismus- und barrierekritische Soziale Arbeit. Er ist Mitglied im Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik in Baden-Württemberg und forscht mit Farah Melter, Petra Flieger und Volker Schönwiese zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Widerstand gegen Rassismus und gegen die Feindlichkeit gegenüber Menschen, die durch Barrieren und Diskriminierung behindert werden.

DATUM7. März 2014

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RESSORTAktuell, Meinung

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Berlin, 5.3.14. Eine Pressekonferenz der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), von Berlin Postkolonial und des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“. Herero Israel Kaunatjike berichtet, dass kein Angehöriger der Herero und Nama zur Übergabe der Teile der Leichname eingeladen wurde, weder in Namibia noch in der afrikanischen Diaspora europäischer Länder und in Deutschland. Auch mehreren Pressevertretern wurde auf Anfrage an die Charité die Teilnahme verweigert.

Peggy Piesche verweist darauf, dass Erinnerung immer auch mit Anerkennung verbunden ist. Das Erinnern des Völkermordes an den Herero und Nama bedeutet auch eine Anerkennung der Toten, ihrer Leben und der Angehörigen und Nachfahren als Teil der gemeinsamen namibisch-deutschen, der gemeinsamen afrikanisch-europäischen Geschichte, unserer aller gemeinsamen Geschichte, als Teil der Zugehörigkeit von Personen afrikanischer Herkunft in und zu Deutschland.

Erster Völkermord im 20. Jahrhundert
Diese Erinnerung an den Völkermord als Teil der deutschen Geschichte, als erster Völkermord im zwanzigsten Jahrhundert1 vor den Augen der Welt und der Öffentlichkeit in Deutschland,2 so Peggy Piesche, „ver-stört“ im Sinne von Stören, Verändern und Neudenken, den Blick auf das gesamte zwanzigste Jahrhundert, den Ersten Weltkrieg, den Holocaust – die beide nicht sinnvoll ohne den deutschen Kolonialismus und den damaligen Völkermord zu denken sind – und auch auf aktuelle neokoloniale Großmachtfantasien von Politikern wie Bundespräsident Gauck und Außenminister Steinmeier.

Peggy Piesche fügt hinzu, dass aktuell im Überbetonen der Ereignisse des Ersten Weltkrieges und eines medialen und politischen Verschweigens des deutschen Kolonialismus und des Völkermordes an den Herero und Nama eine Neuordnung der Erinnerung praktiziert wird. Tahir Della betont zudem, dass der ignorierende und rassistische Umgang mit Personen afrikanischer Herkunft systematische, historische sowie aktuelle Realität ist.

Parallelen zu 1884/1885
Moctar Kamara, Vorsitzender des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde, betont die Parallelen der heutigen Nicht-Einbeziehung kolonialisierter, ihrer Besitzstände beraubter und rassistisch verbal und körperlich angegriffener Personen, zur damaligen Berliner Kongo-Konferenz 1884/1885 in Berlin, wo europäische Politiker in kompletter Abwesenheit afrikanischer Politiker, den afrikanischen Kontinent unter sich als zu erobernde und auszubeutende Kolonien aufteilten und dies dann gewaltsam (weiter) umsetzten.

Auf dem Gebäude der Charité, wo die offizielle Handover Ceremony – ebenfalls – am 5. März 2014 stattfand, steht in großen Lettern der Satz: „Hic locus est ubi mors gaudet succurrere vitae.” Übersetzt heißt dies: „Hier ist der Ort, an dem der Tod sich freut, dem Leben zu helfen.“ Dieser Satz, der ein Motto für die Begründung der Anatomie und Pathologie darstellt, kann im Kontext des von Deutschen 1904 bis 1908 verübten Völkermordes an den Herero und Nama so gedeutet werden:

Übergabe ohne Vertreter der Opfergruppen
Hier ist der Ort, an dem rassistische deutsche Forscher an den Schädeln und Gebeinen der im von Deutschen verübten Völkermord an den Herero und Nama (1904-1908 im heutigen Namibia) geforscht haben, um seit dem Zeitalter des deutschen Kolonialismus die rassistische und mörderische Ideologie der „weißen Überlegenheit“ angeblich wissenschaftlich zu beweisen.

In diesem Gebäude der Charité in Berlin wurden am 5. März 2014 die Gebeine von Herero und Nama seitens der Charité an das neue namibische Nationalmuseum übergeben. Keine Vertreterin und kein Vertreter der Opfergruppen der Herero und Nama, keine Angehörigen, keine Nachfahren dieser Gruppen waren eingeladen.

Was geschieht hier?
Was geschah, geschieht hier und was bedeutet das? Es wurde ein Völkermord begangen, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Schädel und Gebeine ermordeter Personen wurden in das Land der Mörder transportiert, um diese nach rassistischen Kriterien zu erforschen. Erst 2008 – 100 Jahre nach dem Ende dieses Völkermordes – wurde die Tatsache durch einen Fernsehreportage öffentlich, dass Gebeine und Schädel der Opfer im Land der Täter in wissenschaftlichen Einrichtungen, Museen und in Privatbesitz in Deutschland vorhanden sind.

Die Angehörigen und Nachfahren konnten und können fast alle ihre ermordeten Väter, Mütter, Großmütter und Großväter, ihre Schwestern, Brüder, Töchter und Söhne noch immer nicht begraben und entsprechend der Beerdigungsrituale bestatten. 2011 gab es eine erste Rückgabe eines Teiles der Schädel ermordeter Herero und Nama seitens der Charité3.

Eklat nach Forderung einer Entschuldigung
Diese Veranstaltung endete im Eklat, als eine Repräsentantin der Bundesregierung, die damalige Staatssekretärin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper, sich durch die Forderung „Entschuldigung jetzt!“, „Reparation now!“ und die Aussage „Völkermord verjährt nicht! angegriffen sah und vor der Rede namibischer Repräsentanten, es waren auch mehrere Minister anwesend, den Saal verließ.

Was ist da geschehen? Eine unterrangige Repräsentantin der Bundesregierung, des Nachfolgestaates des Landes, das den Völkermord verübt hat, eine Repräsentantin der Bundesregierung, die sich weder unter rot-grüner Regierung, noch schwarz-gelber und schwarz-roter Regierung für den Völkermord entschuldigt hat, stellt sich wegen seit hundert Jahren überfälliger und berechtigter Forderungen als Opfer dar. Die Repräsentantin der Täter inszeniert sich als Opfer.

Völkermord juristisch noch nicht strafbar
Der frühere Außenminister Joschka Fischer lehnte während seiner Amtszeit eine offizielle Entschuldigung für den Völkermord, der als historischer Fakt und in seiner Eigenschaft als Völkermord unbestritten ist, ab, da er Entschädigungsforderungen befürchtete. Der offizielle Standpunkt der Bundesregierung ist, dass der Terminus und die Strafbarkeit von Völkermord erst 1948 im internationalen Recht verankert wurde und der Völkermord 1904-1908 noch nicht juristisch strafbar war.

So antwortete die Bundesregierung auf die Frage: „Hat der Begriff des Genozids für die Bundesregierung ausschließlich eine juristische Bedeutung, die seine Anwendung auf Sachverhalte nach 1948, dem Entstehungsjahr der VN-Völkermordkonvention, beschränkt (bitte begründen)?“4

  1. vgl. Micha Brumlik 2004: Aus Katastrophen lernen?  []
  2. die Zeitungen in Deutschland berichteten damals fast täglich über Kriegsereignisse und der Völkermord war, ohne ihn so zu benennen, Gegenstand von Auseinandersetzungen im damaligen Parlament des Kaiserreiches in öffentlichen Sitzungen  []
  3. vgl. Kössler, Reinhart/Wegmann, Heiko (2011): Schädel im Schrank. Das düstere koloniale Erbe der deutschen Rasseforschung muss endlich aufgeklärt werden. Die Zeit Ausgabe 42/2011  []
  4. Anfrage der Linken C.M.  []
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25 Kommentare
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  1. […] den Völkermord als Teil der deutschen Geschichte, als erster Völkermord im zwanzigsten Jahrhundert1 vor den Augen der Welt und der Öffentlichkeit in Deutschland,2 so Peggy Piesche, […]

  2. Nefas der Sünder sagt:

    Deutschland ist nicht das einzige Europäische Land, dass mehrere Leichen im Keller hat, sondern auch Frankreich, Italien, aber ganz besonders Belgien. Es ist schon ein Dreisheit anderen Ländern vorzuwerfen einen Völkermord begangen zu haben, wie z.B. der Türkei (Armenien-Frage), wenn man selber Blut an den Händen kleben hat.
    Belgien hat den angeblichen Genozid an Armeniern per Gesetz verabschiedet und somit anerkannt. Da frage ich mich mit welcher Gewissenhaftigkeit so ein Land wie Belgien handelt. Denn Belgien bzw. die belgische Königsfamilie hat selber in Afrika in Kongo etwa 20 Mio. Menschen auf dem Gewissen. Sie haben dort, wegen Kautschuk das halbe Volk ausgerottet, zu dem haben Sie noch den Demokratisch gewählten Präsidenten „Patrice Emery Lumbumba“ durch einen Putsch stürtzen lassen, ihn anschließend hingerichtet und seine Leiche in Säure zersetzt. Es gibt nicht mal ein Grab von ihm, nur ein Denkmal. Glauben Sie Belgien bzw. die Belgische Königsfamilie hat sich dafür entschuldigt oder irgendetwas zugegeben? Nein! Es ist eine Schande, dass solche Länder davonkommen, nur weil Sie Europäer sind. Es gibt kein Volk auf der Welt wie die Europäer, die soviele Massenmorde auf ihrem Konto haben, aber immer verschont bleiben. Eine Schande!!!!!

  3. Carmelo sagt:

    Leugnung in diesem Land hat System. Vielen herzlichen Dank für diesen überaus wichtigen Beitrag!

  4. Gero sagt:

    Nefas der Sünder..: Es ist eine Schande, dass solche Länder davonkommen, nur weil Sie Europäer sind. Es gibt kein Volk auf der Welt wie die Europäer, die soviele Massenmorde auf ihrem Konto haben, aber immer verschont bleiben. Eine Schande!!!!!
    ___________

    Sie haben in Ihrer Aufzählung die Türkei vergessen. Der Genozid an den Armeniern sollte Ihnen auch eine Zeile wert sein, wenn Sie sich an den Massenmorden Europas so stark aufhängen….

  5. Geschichtsstunde: Reste der Kolonialzeit. #schauhin

    In meinem Geschichtsunterricht vor einem Vierteljahrhundert wurde die Kaiser- und Kolonialzeit nicht sonderlich ausführlich behandelt. Unser vertrockneter Giftzwerg von Lehrer, der uns auch in Latein…

  6. Welehamm sagt:

    Ich habe mich sehr intensiv mit diesem Teil der deutschen Geschichte befasst und komme zu einer anderen Einschätzung. Zu verdanken haben wir die Völkermord-These im wesentlichen dem Horst Drechsler, der – so schlicht sei es gesagt – nie in Namibia war, als er seine Analyse schrieb. Ich war oft am Waterberg und glaube Namibia gut zu kennen. Ich habe auch so ziemlich alles gelesen, was an zeitgenössischer Literatur damals geschrieben wurde.
    Leider ist es „schick“, die Völkermordthese zu vertreten, da macht man politisch heute alles richtig, aber historisch ist das – gelinde gesagt – wenig belegbar. Etwas drastischer ausgedrückt: unsinnig, d.h. es fehlt der Sinn und forensisch ist diese Untat, so wie angelastet, unmöglich.
    Das Buch von Zimmerer und Zeller u.a. „Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg 1904 – 1908 in Namibia und seine Folgen“ mit mehreren Aufsätzen schreibt wenigsten schon im Vorwort, was man zu erwarten hat: „Wir reklamieren dabei weder Neutralität noch Unparteilichkeit, sondern das genaue Gegenteil“. Das ist offen und ehrlich. Leider wird Geschichte mittlerweile zur (parteilichen) Belletristik und hat mit Objektivität und Recherche nicht mehr viel am Hut. Wenn gute Menschen meinen, indigenen Völker rückwirkend vorm Kolonialismus schützen zu müssen, dann ist dies nicht mein Geschichtsverständnis. Ich bedauere, dass ich so „spielverderberisch“ schreibe.

  7. posteo sagt:

    wer sich ein genaueres Bild von der Übergabe der Gebeine in der Berliner Charite machen möchte:
    http://www.sueddeutsche.de/a5g381/1879641/Die-Last-der-weissen-Kartons.html

    Übrigens, bis in die 60er Jahre stammten alle Skelette oder Skelett-Teile, die als anatomisches Anschauungsmaterial verwendet wurden, von einem echten Menschen und sind teilweise bis heute in Gebrauch. Plastiknachbildungen kamen erst später auf. Also gut möglich, dass das Skelett aus dem eigenen Biologie-Unterricht auch noch zu einem echten Menschen gehört hat.

  8. Otto Alexander sagt:

    Die Rückgabe menschlicher Gebeine, die während der Kolonialzeit geraubt und zu wissenschaftlichen Zwecken nach Deutschland gebracht worden sind, ist ein Gebot der Menschlichkeit. Nicht hilfreich sind dabei einseitige und verzerrende Darstellungen wie diese hier von Claus Melter. Ich möchte keine Antworten vorgeben, aber doch ein paar rhetorische Fragen stellen, die vielleicht zum Weiterdenken anregen:

    – Warum hätte die Charité genau die NGO-AktivistInnen, die bei der ersten Übergabe namibischer Gebeine 2011 durch ihr für eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des deutschen Kolonialismus unangemessenes Verhalten (Plakate, Buh-Rufe) für einen Eklat gesorgt haben, zu dieser weiteren Übergabe am 5.3. einladen sollen?

    – Staatsministerin Pieper hat 2011 sicher einen schweren Fehler begangen, als sie die Veranstaltung vorzeitig verließ. Aber untertreiben Sie bei Ihrer Darstellung der damaligen Ereignisse nicht gewaltig, wenn Sie die tumultartigen Szenen, die damals nicht von der namibischen Delegation, sondern von deutschen NGO-AktivistInnen ausgingen, verschweigen? Schauen Sie sich nur mal dieses kurze Video an: http://www.youtube.com/watch?v=jhM8lOZm8kc

    – Ist Ihnen entgangen, dass bei der Veranstaltung am 5.3. neben dem namibischen Kulturminister auch ein Vertreter des Rates der traditionellen Führer in Namibia sprach, diese also durchaus vertreten waren (wenn auch nicht gerade zahlreich) und dass im Publikum immerhin einige weitere Namibier saßen, die nicht zur Delegation gehörten und deshalb vom Kulturminister sogar namentlich vorgestellt wurden?

    – Verrutschen bei Ihnen nicht die moralischen Maßstäbe, wenn Sie Behauptungen kolportieren, denen zufolge Bundespräsident Gauck und Außenminister Steinmeier „neokoloniale Großmachtfantasien“ verfolgen?

    – Ist es angemessen, über 100 Jahre nach dem furchtbaren Geschehen in Deutsch-Südwestafrika eine deutsche Politikerin als „Repräsentantin der Täter“ bezeichnen?

    – Warum interessieren Sie und die meisten Medien, abgesehen von FAZ und SZ, sich eigentlich so wenig für die Frage, was da am 5.3. eigentlich übergeben worden ist, obwohl die Charité die Liste sogar ins Internet gestellt hat: http://anatomie.charite.de/geschichte/human_remains_projekt/restitution_of_namibian_remains_2014/ ?

    – Hat überhaupt jemand mitbekommen, dass es nicht nur um Herero und Nama, sondern auch um Damara, Ovambo und San ging, dass es koloniale Gewaltexzesse und dubiose Knochen-Beschaffungen auch außerhalb des Krieges von 1904-1908 gegeben hat?

    – Warum sind Sie und viele andere nicht in der Lage zwischen geschichts- und rechtswissenschaftlichen Zugängen zur Genozid-Problematik zu unterscheiden? Können oder wollen Sie nicht verstehen, dass Konventionen der Vereinten Nationen genauso wenig rückwirkend angewendet werden können wie x-beliebige innerstaatliche Gesetze?

    – Ist Ihre Darstellung der Täter-Opfer-Umkehr („Gewaltbefürworter und Gewalttäter stellen sich als Opfer dar“) im vorliegenden Fall wirklich sinnvoll? Gibt es in der aktuellen deutschen Politik denn irgendjemanden, der oder die koloniale Gewaltexzesse noch rückblickend befürwortet oder gar selbst an ihnen beteiligt war?

    – Verpassen wir nicht vielleicht viele wichtige Zwischentöne, Zeichen der Annäherung etc., wenn wir bei offiziellen Reden zu Namibia immer nur auf die Stichworte „Völkermord“, „Entschuldigung“, „Entschädigung“ lauern und uns sofort abwenden, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden?

    – Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass in Namibia schon seit vielen Jahren eine Landreform durchgeführt, d.h. Land mit staatlicher Unterstützung umverteilt wird, und dass dies im Rahmen der deutsch-namibischen Entwicklungszusammenarbeit finanziell unterstützt und gefördert wird?

    Ich hätte noch mehr solcher Fragen auf Lager, aber diese^^ sollen vorerst genügen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Dinge nicht so simpel sind, wie Sie sie darstellen.

  9. mediterrane sagt:

    Deutsche Historiker bezeichnen den angeblichen „Völkermord“ an den Armeniern als den „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“. Damit versuchen sie den Völkermord an den Herero und Nama zu vertuschen.

  10. Kunta Kinte sagt:

    Die zentrale Botschaft des Artikels ist doch, dass Deutschland auch nach 100 Jahren weiterhin den Genozid an den Herero und den Nama als eben das was es ist, ein Genozid, leugnet.


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