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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Andrea Nahles

„Zuwanderung verändert unser Land zum Guten“

Demografischer Wandel, Willkommenskultur und Armutsmigration sind nur einige der Stichworte, die im Zusammenhang mit Migration und Integration in der breiten Öffentlichkeit hierzulande fallen. Auf dem IQ-Kongress „Gekommen, um zu bleiben − Zur Zukunft der Integration in Deutschland“ diskutierten nun rund 500 Teilnehmer über Lösungsansätze.

„Die Rahmenbedingungen für Integration und Zuwanderung sind in Deutschland derzeit gut. Wichtig ist es, dass wir Zuwanderern zeigen, dass sie hier willkommen sind“, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zur Eröffnung des IQ Kongress am 4. Februar im Berliner Congress Center (bcc). Dabei betonte die Ministerin die Bedeutung von Bildung und Arbeit für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Das Ministerium setze deshalb mit dem Förderprogramm IQ auf Qualifizierung.

Mit Blick auf die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, wies Nahles auf die Notwendigkeit einer Willkommenskultur hin: „Dass sie bleiben, liegt auch an uns“, erklärte sie und fügte die Worte hinzu: „Zuwanderung verändert unser Land zum Guten“.

Ähnlich argumentierte Ratna Omidvar, Präsidentin der Maytree Foundation, aus Kanada. Sie machte darauf aufmerksam, dass Deutschland für hochqualifizierte Fachkräfte mehr Anreize setzen müsse − inklusive der Perspektive auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Denn die Einbürgerungshürden seien in Deutschland noch zu hoch.

Bereits vor dem Beginn der Veranstaltung hatte Carola Burkert, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), in einem Interview erklärt, dass ausländische Fachkräfte wählen könnten, „wo sie hingehen“. Deshalb unterstrich sie die Bedeutung der Willkommenskultur und schrieb in diesem Zusammenhang den Medien eine große Rolle zu.

Info: Partner in der Koordi- nierung des Förderprogramms IQ sind: Die ebb – Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH und die ZWH – Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V.

Der zweitägige IQ Kongress bot in verschiedenen Workshops, Roundtables, Panels und Abendveranstaltungen zahlreiche Möglichkeiten des fachlichen Austauschs. Moderiert wurde der Kongress von Dunja Hayali (ZDF). Das bundesweite Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von erwachsenen Migranten in Deutschland zu verbessern. (hd)

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