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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

TV-Tipps des Tages

20.01.2014 – Terror, NSU, Muslime, Oktoberfest, Ausländer, Zwangsheirat

TV-Tipps des Tages sind: Planet Wissen: Meine Flucht vor der Zwangsheirat; Kulturjournal: Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt. Anschlag auf das Oktoberfest: der Spielfilm „Der blinde Fleck“ und die Ignoranz des rechten Terrors. Debatte über Armutsmigration und den angeblichen Missbrauch von Sozialleistungen

VONÜmit Küçük

DATUM20. Januar 2014

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Planet Wissen
Wissensmagazin – Meine Flucht vor der Zwangsheirat. Eine junge Frau ist auf der Flucht. Niemand darf wissen, wo sie sich aufhält. Sie ist hübsch, attraktiv. Und sie wird mit dem Tode bedroht – von ihrer eigenen Familie, jenen Menschen also, die sie am meisten liebt. Sie hat sich dagegen gewehrt, einen Mann zu heiraten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Sie aber möchte ein freies, selbstbestimmtes Leben führen. In Österreich aufgewachsen, in Pakistan verlobt, nach Deutschland geflüchtet. Ihr Name bleibt bis zur Sendung geheim. Heute hilft sie anderen muslimischen Frauen, die Gewalt und Zwangsehen erleiden. Mo, 20. Jan • 15:00-16:00 • BR-alpha

Kulturjournal
Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt. Themen: Von wegen „Sozialtourismus“: die Hamburger Ausstellung „Wanderarbeiter; Nie gesehene Filme aus dem Ersten Weltkrieg: ein gigantisches Internet-Erinnerungsprojekt; Anschlag auf das Oktoberfest: der Spielfilm „Der blinde Fleck“ und die Ignoranz des rechten Terrors; Retro-Pop mit UFOs: Julia Westlake trifft Michy Reincke; „Die Rasenden“ von Karin Beier: große Premiere im Deutschen Schauspielhaus

Moderation: Julia Westlake

Von wegen „Sozialtourismus“: die Hamburger Ausstellung „Wanderarbeiter“
Mit dem polemischen Slogan „Wer betrügt, der fliegt“ hat die CSU eine erbittert geführte Debatte über Armutsmigration und den angeblichen Missbrauch von Sozialleistungen losgetreten. Jetzt setzt die Sprachkritik-Jury ein politisches Signal: „Sozialtourismus“ ist das Unwort des Jahres 2013. Die Hamburger Ausstellung „Wanderarbeiter“ (Museum der Arbeit, bis 2. März 2014) gibt einzelnen Menschen aus dem Heer der Wanderarbeiter ein Gesicht, die für Monate und bisweilen Jahre ihre Herkunftsländer verlassen, um Armut und Perspektivlosigkeit zu entfliehen und in der Fremde Geld für ihre Familien zu verdienen. Birgit Müller, Chefredakteurin der Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz&Kunzt“, beschäftigt selbst Rumänen und ist „fassungslos“ über die aktuelle Diskussion auf Stammtischniveau. Denn es wird oft vergessen, dass man sich in Deutschland mit jenen Wanderarbeitern, die bereits auf Zeit alte Menschen pflegen, in Fleischfabriken, Schlachthöfen oder am Bau nicht selten zu Hungerlöhnen malochen, bestens arrangiert hat.

Nie gesehene Filme aus dem Ersten Weltkrieg: ein gigantisches Internet-Erinnerungsprojekt
Ein historischer Schatz und eine ganz besondere Zusammenarbeit: Zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruches haben 26 Filmarchive aus 15 europäischen Ländern jetzt gemeinsam nie gesehenes Filmmaterial aus der Zeit der Ersten Weltkrieges digitalisiert, online veröffentlicht und für jedermann frei zugänglich gemacht. Eine einzigartige Filmsammlung, die das Bild des Ersten Weltkrieges verändert. Das Deutsche Filminstitut in Frankfurt koordiniert das europäische Projekt „European Film Gateway 1914“ und hat schon mehr als 650 Stunden historisches Filmmaterial zum Weltkrieg gesammelt und online zugänglich gemacht, ein Nebeneinander der Perspektiven, viele Propagandafilme, aber auch Dokumentarfilme über das Leid der Zivilbevölkerung, z. B. Aufnahmen eines amerikanischen Arztes von halbverhungerten Kindern. Das beste Buch zum Thema Erster Weltkrieg hat der Historiker Christopher Clark geschrieben: „Die Schlafwandler“ (DVA). Er zeigt, dass der Erste Weltkrieg keinesfalls unvermeidlich war.

Anschlag auf das Oktoberfest: der Spielfilm „Der blinde Fleck“ und die Ignoranz des rechten Terrors
Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: 13 Menschen starben bei einem Bombenanschlag auf das Oktoberfest 1980 in München, mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter war schnell gefasst: Gundolf Köhler, der selbst durch die Detonation ums Leben kam, soll im Alleingang den Terrorakt begangen haben. Doch war er wirklich ein Einzeltäter? Welche Rolle spielte die rechtsextreme Wehrsportgruppe Hoffmann? Und welchen Einfluss hatten die Landesregierung und der Verfassungsschutz auf die Ermittlungen? Der BR-Journalist Ulrich Chaussy recherchierte weiter und bekam immer mehr Zweifel an der offiziellen Darstellung, womöglich wurde sogar aus politischen Gründen ein rechtsradikaler Hintergrund des Terrorakts ignoriert. Der Spielfilm „Der blinde Fleck“ (Kinostart: 23. Januar 2014) mit Benno Fürmann als Ulrich Chaussy erzählt nun von den Recherchen und spannt den Bogen bis zu den NSU-Morden. Chaussy selbst hat ein neues Buch zu dem Thema veröffentlicht: „Oktoberfest. Das Attentat“ (Ch. Links Verlag). Mo, 20. Jan • 22:45-23:15 • NDR Mecklenburg-Vorpommern

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