MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

TV-Tipps des Tages

15.10.2013 – Massieu, Zypern, Türkei, Ankara, Atatürk, AKP, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Was Du nicht siehst: Die junge französische Journalistin Sophie Massieu reist um die Welt. Traumstadt Atatürks: Ankara, die unbekannte Metropole der Türkei. „Denk ich an die Türkei, denk ich an Strände und Istanbul“

VONÜmit Küçük

DATUM15. Oktober 2013

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Was Du nicht siehst
Die junge französische Journalistin Sophie Massieu reist um die Welt. Doch das, was sie ihren Zuschauern auf ihrer etappenreichen Tour zeigt, kann sie selbst nicht sehen. Denn Sophie Massieu ist blind. So können auch wir lernen, die Welt „mit anderen Augen“ zu sehen.

Auf der Mittelmeerinsel Zypern erfährt Sophie Massieu, wie die zahlreichen Invasoren die Insel von der Antike bis ins 17. Jahrhundert hinein prägten.

Aufgrund der reichen Bodenschätze und der strategischen Lage zwischen drei Kontinenten war Zypern Ziel vieler Eroberungsfeldzüge: Griechen, Ottomanen, Araber, Franken und Venezianer versuchten, die Insel zu unterwerfen. Der Archäologe Matthias Recke nimmt die blinde Journalistin Sophie Massieu und ihren Hund Pongo mit auf die Ausgrabungsstätte einer riesigen Stadt aus der Bronzezeit und lässt Sophie zahlreiche verwitterte Gegenstände ertasten: zerbrochene Anker, Vasen und Krüge. Di, 15. Okt • 17:10-17:36 • arte

Traumstadt Atatürks
Ankara, die unbekannte Metropole der Türkei. „Denk ich an die Türkei, denk ich an Strände und Istanbul“: So könnte man die Wahrnehmung dieses Landes aus deutscher Sicht wohl ausdrücken. Doch die Hauptstadt der Türkei ist seit 1923 Ankara. Mehr als fünf Millionen Menschen leben hier, in der geographischen Mitte des Landes – mehr als zum Beispiel in Berlin. Lange Zeit galt Ankara als Beamtenstadt, als langweilige und eher hässliche Regierungsmetropole, als Hochburg der Kemalisten. Doch all dies stimmt nicht mehr, Ankara hat sich entwickelt, die Stadt macht sich.

Immer mehr Galerien präsentieren moderne türkische Kunst, es gibt große Klangkörper, Oper und Ballett sowie Universitäten. Und: Mit den politischen Erfolgen der AKP in den letzten zehn Jahren kamen auch die neuen, islamisch orientierten, Eliten.

Beinahe über Nacht wachsen in Ankara Wolkenkratzer. Das einzige, was der Millionen-City definitiv fehlt, ist ein Fluss. Ankara gilt als die einzige Hauptstadt der Welt, durch die kein Gewässer fließt. Ankara ist auch ein Ort der Geschichte: So siedelten hier, an diesem zentralen Punkt Anatoliens, schon die Römer. Römische Ruinen und Ausgrabungsstätten wie Augustus-Tempel, Therme und Julians-Säule sind Teil des Stadtbilds.

Am Berg zur Burg finden sich zahlreiche osmanische Fachwerkhäuser. Und das Ankara Atatürks, der neuen Hauptstadt der aus den Trümmern des osmanischen Reiches erstandenen türkischen Republik, wurde maßgeblich von deutschen Architekten erschaffen. Sie machten aus einem Dorf die „Modell-Stadt“ der modernen Türkei.

Ankara ist mehr als nur ein Häusermeer. In und um Ankara wird Wein angebaut. Darüber hinaus verfügt Ankara über eine landschaftlich reizvolle Umgebung zum Beispiel mit einem großen Salzsee, der auch zur Salzgewinnung genutzt wird. Es gibt Karawansereien wie „Beypazari“, wo jahrhundertelang die Seidenstraße vorbei führte. Der türkische Volksmund sagt: „Istanbul ist die Seele der Türkei, Ankara der Kopf“ – ein Kopf, zu dem durchaus auch viel Herz gehört.

ARD-Korrespondent Michael Schramm besucht die besondere Metropole zum 90. Jubiläum der Republik Türkei. Di, 15. Okt • 21:32-22:00 • tagesschau24

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...