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TV-Tipps des Tages

18.07.2013 – Migranten, Europa, Kinder, Roma, Integration, Einwanderung

TV-Tipps des Tages sind: Europas verlorene Kinder: Sie sind aus ihren Heimatländern geflohen und nehmen jedes Risiko auf sich. Sie machen die Metros von Paris und Rom unsicher oder schmuggeln sich in Lastwagen über die Grenze. In Europa gibt es mehr als 100 000 minderjährige Migrantinnen und Migranten

VONÜmit Küçük

DATUM18. Juli 2013

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Europas verlorene Kinder
Sie sind aus ihren Heimatländern geflohen und nehmen jedes Risiko auf sich. Sie machen die Metros von Paris und Rom unsicher oder schmuggeln sich in Lastwagen über die Grenze. In Europa gibt es mehr als 100 000 minderjährige Migrantinnen und Migranten: Kinder ohne Papiere und Familie, die sich allein durchschlagen, in der ständigen Angst, verhaftet zu werden. Sie sind aus ihren Heimatländern geflohen und nehmen jedes Risiko auf sich, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. Doch anstatt das Paradies erleben sie Gewalt, Ablehnung und Gleichgültigkeit.

Selene und ihre Freundinnen sind jung und geben sich unbeschwert wie normale Teenager.

Doch ihre Schule ist die Strasse, ihr Alltag: stehlen und sich nicht erwischen lassen. Der Polizei sind diese Roma-Mädchen aus dem früheren Jugoslawien ein Dorn im Auge. Werden sie erwischt, sagen sie alle den gleichen Name und verweigern sowohl Altersangabe als auch Knochenanalyse, womit ihr richtiges Alter bestimmt werden könnte. Damit schlüpfen sie geschickt durch alle Maschen des Gesetzes. Selene wird immer wieder festgenommen und ist im dritten Monat schwanger. Die Eltern wissen nicht, wo ihre Töchter sind, und die Polizei kann sie weder bestrafen noch beschützen.

Auch der 17jährige Jek muss sich allein durchschlagen und vor der Polizei verstecken. Nachdem die Taliban seinen Vater getötet hatten, beschloss er, zu seinem Bruder nach Schweden zu flüchten. Versteckt in einem Lastwagen fuhr er über die iranische Grenze, ging zu Fuss über die Berge in die Türkei und gelangte mit einem Schlauchboot auf die griechische Insel Lesbos. Doch von Griechenland weiter nach Norden zu kommen ist sehr schwierig. Das Land bekommt von der EU jedes Jahr 50 Millionen Euro für den Kampf gegen die illegale Einwanderung. Entsprechend hart geht die Polizei gegen Migranten vor – auch wenn sie minderjährig sind. Jek hat schon drei Versuche hinter sich und wurde jedes Mal erwischt. Aber er gibt nicht auf. Er will auf keinen Fall nach Afghanistan zurück. «Ich versuche es, solange ich lebe», sagt er trotzig in die Kamera. 22:15-23:05 • PHOENIX

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