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Migration und Integration in Deutschland

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Angela Merkel, an die Türken nach der Rede des türkischen Premiers Erdogan in Köln, März 2008

V-Mann Felten

Çapulcular und Wirtschaftsflüchtlinge überall

V-Mann Felten hat sich unter die Leute gemischt: unter die türkeistämmigen Demonstranten (Çapulcular) und unter Wirtschaftsflüchtlinge, die nicht kommen sollen, sondern nur solche, die schon Geld haben und ihre Kinder zu Hause betreuen – von der Mutter.

VONWerner Felten

 Çapulcular und Wirtschaftsflüchtlinge überall
Der Autor übernahm 1999 die Leitung des ersten türkischsprachigen Radios in Berlin. Von Radio hatte er eine Ahnung, von Türken nicht. Radio ist Radio dachte er sich. Das änderte sich aber schlagartig am 11.9.2001, als die Deutschen entdeckten, dass die Türken Muslime sind. Da ging es dann mit Integrationsdebatte los. Felten fand sich schnell in unzähligen Debatten, Gipfeln und Podiumsdiskussionen zu diesem Thema wieder. Ihn wunderte es, dass seine von ihm geschätzten türkischen Kollegen, Mitarbeiter und Freunde auf einmal alle Problemfälle sein sollten. Nachdem er 2007 die Leitung des Radiosenders abgegeben hatte, veröffentlichte er sein Buch „Allein unter Türken“, in dem er auf die Absurditäten der Debatte über die Integration hinwies. Heute schreibt er u.a. für die Deutsche Welle, moderiert und macht Comedy zum Thema Integration. Felten lebt gerne in Berlin, auch wenn er manchmal überlegt, ob er in die Türkei emigrieren solle.

DATUM28. Juni 2013

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RESSORTAktuell, Meinung

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Es ist schon bemerkenswert, dass sich endlich in der Türkei einmal Protest rührt und Entscheidungen der Regierung nicht von Allah gegeben hingenommen werden. Aber die Auswirkungen der Demonstrationen in Istanbul nach Deutschland sollten zu denken geben: nämlich der Integrationsindustrie.

Da wurde Milliarden in den Integrationsmarkt gepumpt, damit die Türken ihre Kultur ablegen und sich in die Gilde der deutschen Reihenhausbesitzer einreihen und dann so was. Sie führen sich auf, als wären sie in Deutschland im politischen Exil.

Ok, in den sozialen Netzwerken kann ja jeder machen was er will, vorausgesetzt die amerikanischen und britischen Geheimdienste stimmen zu, aber müssen die gleich auch noch auf die deutschen Straßen gehen? Begleitet von der überaus korrekten und sensiblen deutschen Polizei marschierten sie zu Tausenden um die Türkei von ihrem Diktator zu befreien.

Aufgepasst: nicht dass die Rechten im Lande, also unter anderem auch der Verfassungsschutz, dann sagen, ist der Diktator erst einmal gestürzt, können die Türken doch eigentlich wieder in ihr Heimatland zurück.

Wenigstens konnte die deutsche Polizei mal den türkischen Kollegen zeigen, wie in Deutschland mit Demonstranten um gegangen wird. Die Angehörigen der Opfer der NSU – Morde hätten sich so eine aufmerksame Behandlung sicher auch gewünscht.

Die deutschen Gutmenschen in der Politik, soweit sie nicht schon selbst mal kurz ein Stippvisite in Istanbul gemacht haben, überlegen, ob sie ihrer Partei nicht den Zusatz Çapulcular im Namen geben sollen, mindestens bis zur Bundestagswahl. Übrigens, in Brasilien wird auch demonstriert. Und Rio de Janeiro ist wirklich auch eine schöne Stadt.

„Wirtschaftsflüchtlinge“
Des bayrischen, pardon, des deutschen Innenminister Friedrichs liebstes Thema: der Wirtschaftsflüchtling.

Deutschland will keine Wirtschaftsflüchtlinge. Bitte nicht mit denen verwechseln, die aus einer Gastwirtschaft flüchten, weil sie die Zeche nicht zahlen wollen. Es wäre mal an der Zeit, dass die Politik mal sagt, welche Flüchtlinge sie denn eigentlich will.

Hier der Vorschlag: gut ausgebildet, christlichen Glaubens, Deutschkenntnisse, die sie dazu qualifizieren, Goethes „Wanderlied“ zu rezitieren, politisch desinteressiert, und wenn, dann bitte potentielle CDU/CSU Wähler und natürlich heller Hautfarbe. Und viele Kinder, die von der Mutter zu Hause betreut werden.

Einfach mal nachschauen, vielleicht gibt es ja irgendwo auf der Welt EINEN, auf den das Profil passt. Kleiner Tipp: mal bei den Mitgliedern der IRA, die das Goetheinstitut in Nordirland besuchen, nachfragen.

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2 Kommentare
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  1. hy sagt:

    V-Mann Felten
    Çapulcular und Wirtschaftsflüchtlinge überall

    V-Mann Felten hat sich unter die Leute gemischt: unter die türkeistämmigen Demonstranten (Çapulcular) und unter Wirtschaftsflüchtlinge, die nicht kommen sollen, sondern nur solche, die schon Geld haben und ihre Kinder zu Hause betreuen – von der Mutter.

    was bedeutet Çapulcular?????

  2. Basile sagt:

    Erdogan hatte die Taksim-Protestler als „çapulcular“, als Marodeure, bezeichnet..



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